APA - Austria Presse Agentur

In Südostasien werden jährlich Millionen Hunde und Katzen geschlachtet

In Südostasien allein werden jedes Jahr geschätzt zehn Millionen Hunde und Katzen geschlachtet. Das geht aus Recherchen von Vier Pfoten hervor.

Der Verzehr sei nicht illegal, doch die Art der Beschaffung und Schlachtung der Tiere durchaus. In vielen Fällen handle es sich bei den Hunden und Katzen um Haustiere, die ihren Besitzern gestohlen und danach geschlachtet würden.

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Der Hunde- und Katzenfleischhandel sei nicht nur das größte Tierschutz-Problem in Südostasien, Vier Pfoten warnte auch vor "schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen" für Menschen. Die unkontrollierte Verbreitung von Tollwut sei nur eine davon. Die Tiere würden oft auf Lebendtiermärkten verkauft werden, dem Ursprungsort des Wuhan-Coronavirus.

Erhältlich ist Hunde- und Katzenfleisch laut Vier Pfoten in Restaurants und auf Märkten, zu deren Besuchern vorwiegend Einheimische, aber auch Touristen vor allem aus China und Südkorea zählen. "Die Händler stehlen Haustiere sowie Streuner und schleppen sie durch das ganze Land - oft auch über Landesgrenzen hinweg", berichtete Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der Vier Pfoten Streunerhilfe in Südostasien. "Ob die Tiere mit Tollwut oder anderen Krankheiten infiziert sind, spielt hier keine Rolle."

Die Haltung und Schlachtung der Hunde und Katzen, meist auf Lebendtiermärkten oder in Hinterhöfen, sei nicht nur äußerst brutal, sondern auch frei von jeglichen hygienischen Mindeststandards. "Das schafft die perfekte Brutstätte für neue und tödliche Zoonoseviren wie das Coronavirus", warnte Polak. Mit rund zehn Millionen geschlachteten Tieren pro Jahr floriere der Handel, obwohl die Mehrheit der Einheimischen in Südostasien Hunde- und Katzenfleisch ablehne. Vietnamesische Männer sind demnach die Hauptabnehmer. "Unter ihnen herrscht oft der Irrglaube, dass das Fleisch heilende Wirkungen hat", so die NGO.

Um den Appetit nach Hunde- und Katzenfleisch zu stillen, werden auch Tiere aus China und Laos importiert. In Vietnam kommt es immer wieder zu teilweise tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Haustierbesitzern und Hunde- und Katzenfängern.

Vier Pfoten hat eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene gestartet. Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten.

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