APA - Austria Presse Agentur

Millionen Inder streiken gegen Privatisierungen

Millionen Arbeitnehmer haben in Indien am Mittwoch mit einem Streik gegen Pläne zur Liberalisierung der Wirtschaftspolitik und des Arbeitsmarktes protestiert. Mit Märschen und Kundgebungen in der Hauptstadt Neu Delhi sowie mehreren großen Städten wandten sie sich gegen den geplanten Teilverkauf von Staatsunternehmen wie der Fluggesellschaft Air India oder des Ölunternehmens Bharat Petroleum.

Nach Ansicht der Gewerkschaften könnten mit den Teilprivatisierungen Tausende Arbeitsplätze verloren gehen. Zudem wird befürchtet, dass ein geplantes Gesetz Unternehmen Kündigungen erleichtert.

Zu dem Streik hatten zehn größere Gewerkschaften aufgerufen. Eine von ihnen, CITU, schätzte die Zahl der Streikenden auf bis zu 250 Millionen. Dafür gab es keine Bestätigung der Behörden.

In mehreren indischen Bundesstaaten wie Assam und Punjab blockierten Demonstranten Straßen und Schienen öffentlicher Verkehrsmittel. Auch Banken und Geschäften blieben teilweise geschlossen. Vor allem Beschäftigte in Banken, bei Energie- und Verkehrsbetrieben sowie im Bergbau folgten den Aufruf zum Ausstand.

Im Dezember hatte es in Indien Massenproteste gegen ein Einbürgerungsgesetz gegeben. Dieses erleichtert illegal eingereisten Migranten aus den drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern Bangladesch, Pakistan und Afghanistan die Einbürgerung, sofern sie keine Muslime sind. Diese Proteste gehen in kleineren Dimensionen weiter.

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