APA - Austria Presse Agentur

Multikünstler Tone Fink feiert 80. Geburtstag

Heuer könnte ein interessantes, aber auch ein anstrengendes Jahr für Tone Fink werden. Es hat in jedem Falle schon mal gut angefangen: Am heutigen 1. Jänner feiert der in Vorarlberg und Wien lebende Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler 80. Geburtstag. Am Dreikönigstag sendet ORF 2 um 18.25 Uhr ein Filmporträt von Tone Fink, es folgen Ausstellungen und ein Buch über sein Lebenswerk. Die öffentlichen Feiern finden erst im Juli statt.

Genau genommen wird der Tone ja erst 50, denn bis 1974 signierte der in Schwarzenberg im Bregenzerwald Geborene mit seinem Geburtsnamen Anton Fink. Erst ein Journalist brachte ihn auf die Idee des Künstlernamens. Anton hatte an der Akademie der bildenden Künste Wien studiert, bei Maximilian Melcher und dem großen Max Weiler. "Er war sehr resolut und ich eher schüchtern. Und ich bin kein Maler - das hat er erkannt", erinnert sich der Künstler im APA-Gespräch an stundenlanges Bearbeiten des Zeichenpapiers, bis er das Material schließlich perforierte.

Farbe hat auf Tone Fink nie große Anziehungskraft ausgeübt, doch mit Papier verbindet ihn eine Lebensfreundschaft. "Bei mir dreht sich alles ums Papier", sagt er, der sich im Umgang mit dem filigranen Medium als "Verletzer und Verarzter" in einem fühlt. Schließlich möchte er "das Papier nicht nur bezeichnen, sondern auch drangsalieren". Seine geradezu zärtlichen Bearbeitungen hinterlassen manchmal kaum sichtbare Spuren, er kann aber auch ruppiger zu Werke gehen. Die Art, wie er seine extra für ihn hergestellten Folianten durchblättert, lässt jedenfalls eine geradezu körperliche Beziehung spüren.

Seine Mutter sei immer kreativ gewesen, sagt Tone Fink und erzählt vom Zitherspielen, Häkeln und Nähen. Der Vater war Huf- und Wagenschmied, was sich wohl in seiner eigenen Neigung zu allerlei fahrbaren Objekten niedergeschlagen habe. Ein Jahr hat Tone Fink an einer Volksschule unterrichtet, hat dann auch das Lehramt für Bildnerische Erziehung und Werkerziehung gemacht und vier Jahre an einer Vorarlberger Mittelschule gearbeitet. Dann zog er nach Wien und lebt seither als freischaffender Künstler - mit allen Höhen und Tiefen. "Davon leben zu können, ist auch eine Kunst", lacht er.

Neben Wien hat Fink Ateliers auch in Fußach am Bodensee und im burgenländischen Schattendorf, wo viele seiner großen Objekte in einem ehemaligen Tanzsaal gelagert sind. "Der papierene Tänzer" heißt Ingrid Bertels 25-minütiger Porträtfilm, den "Österreich-Bild am Feiertag" am Dreikönigstag um 18.25 Uhr auf ORF 2 ausstrahlt. "Es ist ein pudelverrückter Jubiläumsfilm", freut sich der Künstler, der dabei auch auf einem rollenden papierenen Thron zu sehen ist, die Papierkrone auf dem Kopf. Denn Tone Fink liebt auch die Performance.

Ein Rundgang durch sein Wiener Lager führt den Besucher etwa zurück in die "Gipszeit", in der große Gefährte, Skulpturen, Throne entstanden, oder weckt mit fantasievollen Masken Erinnerungen an Prozessionen und Aktionen, mit denen Fink Festwochen und Festspiele aufmischte. Etwas davon soll man auch zu spüren bekommen, wenn am 14. Juli im Bregenzer Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis die Eröffnung einer Personale und tags darauf im Angelika Kauffmann-Saal in Schwarzenberg ein Fest stattfinden wird.

Gleichzeitig soll auch ein von Kurt Dornig gestaltetes und über 400-seitiges neues Buch sein bisheriges Lebenswerk dokumentieren. An "solo.tone" arbeiten an die zehn Leute, berichtet Tone Fink. "Das Buch gibt brutal viel Arbeit." Darin wird sicher auch ein Kapitel seiner Phase gewidmet sein, als er als Gründungsmitglied der Animationsfilmvereinigung asifa austria seinen Zeichnungen das Laufen lehrte. Nie wieder hat er solche Resonanz erzielt wie mit seinem in den ORF-"Kunststücken" ausgestrahlten Film "Narrohot". "Viel Spaß - aber schrecklich viel Arbeit", resümiert er diese Werkgruppe. 1.500 DIN-A4-Zeichnungen für zwei Minuten!

Seine Wiener Galerie Ulrike Hrobsky, die vor fünf Jahren in der Ausstellung "Tone Fink: farb.bekenner - linien.strichler" seine Leinwände mit dornenartigen eingetrockneten Tropfen ausgestellt hat, richtet Tone Fink am 2. April eine Soloshow aus, und auch die Galerie Petra Seiser in Schörfling am Attersee bereitet eine Ausstellung vor. Aber auch im Skulpturengarten vor dem Haupteingang der Kunstbiennale Venedig werde er mit einem Betonstuhl vertreten sein, berichtet er: "Das freut mich riesig! Daran werden Zehntausende Menschen vorbeigehen ..."

(S E R V I C E - "Der papierene Tänzer", 6.1., 18.25 Uhr, ORF 2; www.tonefink.at)