APA - Austria Presse Agentur

mumok schließt zur Sanierung und bietet Alternativ-Programm

Nach einem "von Krisen überschatteten Jahr" und "Herausforderungen, die uns als Kulturinstitution getroffen haben" zog mumok-Generaldirektorin Karola Kraus für 2023 positive Tätigkeitsbilanz. Vor allem freute sie sich über gestiegene Besucherzahlen und, dass die Schau "Das Tier in Dir" vom "Artforum international" unter die zehn wichtigsten des Jahres gelistet wurde. Im Jänner schließt das Haus zur Sanierung, man sei zuversichtlich bezüglich Zeit- und Budgeteinhaltung.

Vom 8. Jänner bis 6. Juni werden die Lüftungs- und Sanitäranlagen sowie Böden und Bestandswände generalüberholt. Die Kosten sind mit rund sechs Millionen Euro veranschlagt. Die Renovierungen ermöglichen künftig u.a. die maßgebliche Reduktion des Energieverbrauchs des Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig (mumok) sowie Einsparungen von bis zu 80 Tonnen Trinkwasser pro Jahr, betonte Kraus bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Zugleich erneuerte sie ihr Bekenntnis, "nach 15 erfolgreichen Jahren" die Leitung des Hauses abzugeben und sich bei der laufenden Neuausschreibung nicht wieder zu bewerben. Ihr "erklärtes Ziel" sei, bis zum Ende ihrer Amtszeit "die Besucherzahl weiter zu steigern". Konkrete Zahlen wollte man nicht nennen, diese würde das Ministerium traditionell im Februar vorlegen, hieß es auf Nachfrage.

Mit 8. Jänner geht eine neue Website online, die virtuelle Führungen durch die mumok-Sammlung ermöglicht. Mit mumok visits soll ein "umfangreiches Programm" eine Alternative zum Museumsbesuch bieten. "Wir laden zu Führungen an Orte ein, die mit dem mumok eng verbunden sind", so Kraus. U.a. besuche man Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers und präsentiere ihre Werke im öffentlichen Raum - wie etwa eine 80 Meter lange Installation von Christian Kosmas Mayer im Meidlinger Bahnhof. Kreativworkshops werden in Kooperation mit dem Spital Göttlicher Heiland angeboten und Kunstvermittlungen an Wiener Schulen, ebenso wie Baustellenführungen.

Planmäßig am 6. Juni öffnet das sanierte Museum mit der Ausstellung "Avant-Garde and Liberation" wieder für das Publikum. Die Schau mit rund 25 Kunstschaffenden aus Südasien, Afrika, Europa und Europa soll die Bedeutung der globalen Moderne für die Gegenwartskunst beleuchten, wie Kurator Matthias Michalka betonte. Die Koreanerin Jongsuk Yoon wurde eingeladen, eine neue Wandgestaltung für das Museumsfoyer zu konzipieren. Am 5. Juli startet die Ausstellung "Mapping the 60s". "Wir sind der Meinung, dass kaum ein anderes Jahrzehnt so viele Ansätze für gesellschaftliche Änderungen liefert", so Michalka. Am 19. Oktober widmet das mumok dem "Künstler, Handwerker, Kunsttheoretiker, Proto-Installationskünstler und Meister öffentlichkeitswirksamer Inszenierungen", Medaro Rosso, eine Retrospektive.

Im Sommer, vom 5. Juli bis 11. August, findet im mumok in Kooperation mit ImPulsTanz ein gemeinsam kuratiertes Performancefestival unter dem Titel "nowher / now here" statt. Dieses mündet in Nikima Jagudajevs performative Ausstellung "Basically".

(S E R V I C E - www.mumok.at)