Museen in Spanien feierten Besucherrekorde

Spaniens Museen verzeichneten 2023 ein regelrechtes Besucherrekordjahr. Allein das weltberühmte Prado-Museum in Madrid zog im vergangenen Jahr über 3,2 Millionen Menschen an. Das sind rund 33 Prozent mehr als im Vorjahr und ein historischer Besucherrekord.

Auch das Guggenheim-Museum im nordspanischen Bilbao verzeichnete 2023 mit 1,3 Millionen Besuchern historisch hohe Zahlen und überragte damit sogar die von 2022, als das Museum sein 25-jähriges Bestehen feierte. Grund dafür waren spektakuläre Sonderausstellungen wie die große Retrospektive über Yayoi Kusama, den "Wiener Rebell" Oscar Kokoschka oder Picasso und seine Skulpturen.

Pablo Picasso zog im vergangenen Jahr auch ungewöhnlich viele Kunstinteressierte in die Picasso-Museen in Barcelona und seiner andalusischen Geburtsstadt Málaga. Das ganze Jahr über feierte Spanien das 50. Todesjahr des Kubismus-Gründers mit Sonderausstellungen. Das Picasso Museum Málaga, das zeitgleich auch sein 20-jähriges Bestehen feierte, registrierte mit fast 780.000 Besuchern rund 60.000 mehr als in seinem bisherigen Besucherrekordjahr 2019.

Ins Picasso-Museum Barcelona kamen knapp eine Million Besucher. Doch auch Museen wie die Miró-Stiftung in Barcelona und anderen Städten konnten mit dem Picasso-Hype 2023 bei den Kunstinteressierten punkten.

Unterdessen füllten sich in Madrid und Valencia vor allem Museen mit Jubiläumsausstellungen rund um das 100. Todesjahr des valencianischen Malers Joaquim Sorolla, Spaniens "Meister des Lichts" - allen voran das Madrider Sorolla-Museum.

Vielleicht waren auch das die Gründe, warum in Madrid die Besucherzahlen im Königin Sofia Museum und im Thyssen-Museum leicht rückläufig waren. Hinzu kam im Sommer die Eröffnung einer neuen Museums-Perle in der spanischen Hauptstadt. Die 40.000 Quadratmeter große Galerie der Königlichen Sammlungen ist in Spanien der spektakulärste Museumsneubau seit der Eröffnung des Guggenheim-Museums in Bilbao. Velázquez, Goya, Rubens, Tizian, Bernini, El Greco, Caravaggio: Neben Altmeistern zeigen die Galerías Reales auch Erstausgaben des "Don Qujote" bis hin zu einem Hitler-Mercedes. In nur wenigen Monaten besuchten 336.058 Personen das neue Museum zwischen der Madrider Kathedrale und dem Königspalast.

Konkurrenz erhielten viele altehrwürdige Museen auch von musealen Neuzugängen wie dem Ende Oktober in Barcelona eröffneten "Museum für verbotene Kunst". Das Museum zeigt, wie weit verbreitet auch heuer noch Zensur im Kunstbetrieb ist und selbst vor Kunststars wie Pablo Picasso, Andy Warhol, Goya, Keith Haring oder Ai Weiwei nicht haltmacht.