Nach Angriff auf Frederiksen wird Mann befragt

Frederiksen Chefin der dänischen Sozialdemokraten
Im Zusammenhang mit einem Angriff auf die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen soll noch diesen Samstag ein Mann in Kopenhagen verhört werden. Der 39-Jährige werde gegen 13.00 Uhr zur Befragung vor einem Gericht in der dänischen Hauptstadt vorgeführt, teilte die Polizei mit. Details nannte sie nicht. Frederiksen war nach Angaben ihres Büros am Freitag von einem Mann auf einem Platz im Zentrum von Kopenhagen geschlagen worden.

Nach Angaben eines Augenzeugen wurde sie von Personenschützern davon eskortiert. Sie sei in der Lage gewesen zu gehen und es habe keine Anzeichen von äußeren Verletzungen gegeben. Weder die Polizei noch das Büro der Ministerpräsidentin haben sich bisher zu den Absichten des Angreifers geäußert, oder ob er bewaffnet war.

Frederiksen sei von dem Angriff schockiert gewesen, teilte ihr Büro mit. Die 46-Jährige ist auch Chefin der dänischen Sozialdemokraten. In Dänemark findet am Sonntag die Europawahl statt. Im Vorfeld der EU-weit abgehaltenen Wahlen kam es auch in anderen Ländern zu Übergriffen auf Politiker. Mitte Mai wurde der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bei einem Attentat schwer verletzt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die Nachrichten über den Angriff auf Frederiksen hätten sie schockiert. "Ich verurteile diese verachtenswerte Tat, die allem widerspricht, woran wir in Europa glauben und wofür wir kämpfen. Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut - ich weiß, dass Sie von beidem viel haben." Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, der Angriff auf Frederiksen sei eine "unerträgliche Gewalttat, die einen Angriff auf das Herz demokratischer Werte darstellt".

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) betonte, der Angriff auf Frederiksen sei auf das Schärfste zu verurteilen. "Gewalt gefährdet die Demokratie!" Der Überfall ereignete sich zwei Tage vor den EU-Wahlen in Dänemark.

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