LKH Villach: Narkosegas weltweit erstmals recycelt

LKH Villach: Narkosegas weltweit erstmals recycelt
Durchbruch im LKH Viilach: Das klimaschädliche Gas konnte erstmals zu einem neuen Medizinprodukt aufbereitet werden.

Die weltweit erste Flasche recyceltes Narkosegas ist am Mittwoch an das Landeskrankenhaus Villach übergeben worden. Seit geraumer Zeit sammeln mehrere Kabeg-Landeskliniken verwendetes Gas mit einem speziellen Verfahren in Aktivkohlefiltern, teilte die Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (Kabeg) in einer Aussendung mit. Durch die Aufbereitung wird eine ungefilterte Abgabe des Gases in die Atmosphäre vermieden und so die Umwelt geschont.

Die gesammelten Gase beziehungsweise die vollen Aktivkohlefilter werden von einem auf die Wiederaufbereitung spezialisierten Unternehmen desorbiert, gereinigt, geprüft und können im Anschluss als wiederaufbereitete, reine Medizinprodukte erneut bei Operationen verwendet werden. Mittlerweile wird das Verfahren zum Narkosegas-Recycling in nahezu allen Kärntner Krankenhäusern und in vielen in Österreich eingesetzt.

Gas trägt zu Treibhauseffekt bei

Bei herkömmlichen Praktiken wird Narkosegas ungefiltert in die Atmosphäre abgegeben und verursacht erhebliche Umweltauswirkungen, denn die Narkosegase gehören zu den halogenierten Kohlenwasserstoffen und tragen zum Treibhauseffekt bei. 

Ein weiterer positiver Effekt des Narkosegas-Recyclings ist der deutlich geringere Energieverbrauch: "Da wir das Gas in die Filter leiten und das Atemgasfortleitungssystem nicht mehr angeschlossen sein muss, benötigen wir deutlich weniger Strom und Energie während einer Operation", sagte Ernst Trampitsch, Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin im LKH Villach.

In Zukunft könnte der ökologische Fußabdruck noch weiter verringert werden, so Trampitsch: "Es ist angedacht, die Anlagen zur Wiedergewinnung der recycelten Gase näher an die Krankenhäuser heranzubringen."

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