APA - Austria Presse Agentur

Neun Personen wegen Drogenhandels in Tirol festgenommen

Die Tiroler Polizei hat neun Personen festgenommen, die im Verdacht stehen mit Drogen gehandelt zu haben. Fünf davon befinden sich in Untersuchungshaft, vier wurden auf freiem Fuß angezeigt, berichtete die Exekutive am Montag. Sie sollen seit Ende 2016 zumindest 85 Kilo Cannabiskraut mit einem Straßenverkaufswert von rund 850.000 Euro in Umlauf gebracht haben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um sieben Österreicher im Alter zwischen 27 und 59 Jahren, einen 46-jährigen Deutschen und eine 22-jährige Bosnierin. Sie sollen das Cannabiskraut durch Eigenanbau in Indoor-Plantagen erzeugt haben. Bei Hausdurchsuchungen konnten Drogen mit einem Straßenverkaufswert von rund 250.000 Euro sichergestellt werden. Darunter befanden sich 3,3 Kilo bereits erzeugtes Cannabiskraut, 17 Kilo Cannabiskraut, das noch nicht abgeerntet war und 30 Kilo psylocibinhältige Pilze.

Bei der Polizei war ein anonymer Hinweis eingegangen, dass im Bezirk Kufstein ein Einfamilienhaus angemietet worden war, um Cannabispflanzen zu züchten. Bei einer Hausdurchsuchung am 2. April wurde eine professionelle Indoor-Cannabisplantage und 347 Cannabispflanzen in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien gefunden. Die drei Hauptbeschuldigten, zwei Österreicher im Alter von 59 und 31 Jahren und der Deutsche wurden noch an Ort und Stelle festgenommen.

Alle drei Ebenen des Hauses, also Keller, Erdgeschoß und Obergeschoß, waren für den Cannabisanbau adaptiert worden. Das Erdgeschoß diente zur Aufzucht der Setzlinge, im Obergeschoß wurden die Pflanzen bis zur Blüte herangezogen und abgeerntet und im Keller war die Trocknungsanlage untergebracht.

Ebenfalls noch am 2. April wurde die Wohnung des festgenommenen 31-jährigen Österreichers durchsucht. Hier fand die Polizei ein Pilzgewächshaus zur Aufzucht von psylocibinhältigen Pilzen, weitere 850 Gramm Cannabiskraut, zwölf Kilo psylocibinhältige Pilze und einen geringen vierstelligen Bargeldbetrag. Die in der Wohnung anwesende 22-jährige Bosnierin, die Lebensgefährtin des Österreichers, wurde kurzzeitig festgenommen und nach ihrer Einvernahme auf freiem Fuß angezeigt.

Auch die Wohnungen der beiden anderen Hauptbeschuldigten in Salzburg wurden durchsucht. Dort fand die Exekutive geringe Mengen an Suchtmittel und pyrotechnische Gegenstände. Die weiteren Ermittlungen führten die Beamten schließlich zu einer zweiten Indoor-Plantage der Gruppierung.

Diese zweite Cannabisaufzuchtanlage wurde im Juni bei einer Hausdurchsuchung in einem Haus in Innsbruck gefunden und samt den 200 Cannabispflanzen sichergestellt. In den darauffolgenden Monaten wurden dann auch noch fünf weitere Personen, die zu der Gruppe gehörten, ausgeforscht und festgenommen. Zwei von ihnen stehen im Verdacht, ebenfalls an der Produktion der Drogen beteiligt gewesen zu sein, die anderen drei dürften überwiegend als Abnehmer bzw. Zwischenhändler fungiert haben.

Die fünf Hauptbeschuldigten, die im Verdacht stehen, an der Produktion beteiligt gewesen zu sein, befanden sich in der Justizanstalt Innsbruck in U-Haft. Sie seien teilweise geständig, hieß es seitens der Polizei. Die Ermittlungen - insbesondere zu den weiteren Abnehmern - waren vorerst aber noch im Gange.

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