APA - Austria Presse Agentur

OeNB-Personalaffäre - Gespräche laufen seit in der Früh

Die unabgesprochene Kündigung der Personalchefin der Nationalbank, Susanna Konrad-El Ghazi, durch den neuen OeNB-Gouverneur Robert Holzmann hat am Montag zu Krisensitzungen geführt. Die Gespräche - unter anderem mit OeNB-Präsidenten Harald Mahrer - würden seit der Früh laufen, hieß es aus Notenbankerkreisen zur APA.

Mahrer wurde am Freitagnachmittag erst nach der Kündigung von Konrad-El Ghazi und ihrer Suspendierung mit sofortiger Wirkung durch Holzmann von der Causa unterrichtet. Laut Medienberichten war außerdem nur OeNB-Direktor Eduard Schock in die Personalia involviert. Holzmann und Schock kamen auf einem FPÖ-Ticket in die Nationalbank. Die von der ÖVP-nominierten OeNB-Direktoren Thomas Steiner und Gottfried Haber sowie der Generalrat - der Aufsichtsrat der Nationalbank - waren von Holzmann nicht in die Personalcausa eingebunden worden.

Formal hat der OeNB-Gouverneur ein Dirimierungsrecht: Bei Stimmengleichheit im vierköpfigen Direktorium entscheidet seine Stimme. Holzmann verneinte in Antrittsinterviews von diesem Recht Gebrauch machen zu wollen. "Ich hoffe nicht, ich habe vom Kollegen Nowotny gehört, dass es zu seiner Zeit nie eine einzige Abstimmung gegeben hat, wo er das Dirimierungsrecht verwenden musste und das ist auch meine Zielsetzung, dass ich dieses Recht nicht benutzen werde", sagte Holzmann kurz vor seinem Amtsbeginn Ende August im Ö1-"Mittagsjournal".

Auch die von Holzmann geplanten weiteren Personalveränderungen in der Nationalbank sollen Thema bei den heutigen Gesprächen sein. Dem langjährigen Leiter der OeNB-Hauptabteilung Beteiligungen, Zahlungsverkehr und Interne Dienste, Stefan Augustin, sei ein sofortiger Pensionsantritt per heute, Montag, nahegelegt worden, hieß es am Freitag und Samstag laut Medienberichten. Augustin ist 62 Jahre alt. Außerdem sei der bisherige Nationalbank-Pressesprecher, Christian Gutlederer, vor die Wahl gestellt worden, entweder den Job als stellvertretender Filialleiter der OeNB-Zweigstelle in Innsbruck anzunehmen oder das Haus zu verlassen.

Eine Statement der Nationalbank zur Personalcausa wird am frühen Nachmittag erwartet. Mahrer sei "höchstverwundert über eine derartige Vorgehensweise", sagte gestern eine Mahrer-Sprecherin.