APA - Austria Presse Agentur

ÖVP laut EU-Wahlprognose vor SPÖ und FPÖ auf Platz eins

Gut einen Monat vor der Europawahl liegt die ÖVP in Umfragen vor der SPÖ an der Spitze.

Nach einer am Donnerstag veröffentlichten aktualisierten Prognose des Europaparlaments kommt die ÖVP auf 28,5 Prozent, gefolgt von SPÖ (27 Prozent) und FPÖ (23,5 Prozent). Dahinter rangieren die Grünen (8,5 Prozent) und NEOS (7,5 Prozent) sowie die Liste Jetzt (2,5 Prozent).

Umgerechnet auf Mandate würde dies bedeuten, dass die ÖVP auf sechs Sitze kommt, SPÖ und FPÖ auf jeweils fünf sowie Grüne und NEOS je auf einen Sitz. Die Liste Jetzt (früher Liste Pilz) würde demnach den Einzug ins EU-Parlament nicht schaffen. Die Prognose wurde erstmals unter der Annahme erstellt, dass Großbritannien an der Europawahl teilnimmt. Österreich würde dann weiterhin wie bisher 18 Europaabgeordnete stellen, nicht 19 wie geplant. Für die Prognose wurden in Österreich Umfragen von "Research Affairs" und INSA herangezogen.

Das EU-Parlament präsentierte überdies eine aktualisierte Prognose für den gesamten Wahlausgang. Erstmals geht diese von der Annahme aus, dass Großbritannien an dem Urnengang teilnimmt. Die konservative Europäische Volkspartei (EVP) kommt demnach auf 180 Sitze, die Sozialdemokraten auf 149 Sitze und die Liberalen auf 76.

Konservative und Sozialdemokraten würden demnach eine Mehrheit mehr in der 751-köpfigen EU-Volksvertretung klar verfehlen. Sie wären auf die Unterstützung anderer Fraktionen angewiesen. Seit 1979 hatten die beiden großen Parteienfamilien gemeinsam immer mehr als die Hälfte der Mandate im Europäischen Parlament besetzt.

Weitere Einschätzungen des Wahlausgangs weisen laut der Prognose 66 Sitze für Konservativen und Reformer (ECR) aus, denen die britischen Tories angehören, 62 Sitze für die rechtsgerichtete ENF (Europa der Nationen und Freiheit), 57 Sitze für die Grünen, 46 Sitze für die Linken und 45 für die rechtspopulistische EFDD (Europa der Freiheit und Direkten Demokratie). Außerdem sind acht Fraktionslose ausgewiesen und darüber hinaus 62 weitere Sitze, die derzeit in keine Kategorie fielen.

Sollten die drei rechten, EU-kritischen Fraktionen ENF (ihr gehört derzeit die FPÖ an), ECR und EFDD eine gemeinsame Allianz bilden, würden sie zusammen auf 173 Sitze kommen und damit knapp an die EVP heranrücken. Die ungarische Regierungspartei Fidesz, deren Mitgliedschaft in der EVP derzeit suspendiert ist, wird mit ihren prognostizierten 13 Mandaten weiterhin der größten Parteienfamilie zugerechnet. Sollte sie ins Lager der Rechtsparteien wechseln, wäre dieses stärkste Kraft.

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