APA - Austria Presse Agentur

ORF.at: Weißmann sieht mit Mogelvorwürfen "Grenze erreicht"

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sieht mit dem vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) erhobenen Vorwurf, bei der auf Basis einer Gesetzesnovelle reformierten Nachrichtenseite ORF.at handle es sich um eine "Mogelpackung", eine "Grenze erreicht". "Die Neuaufstellung von ORF.at entspricht in allen Belangen den gesetzlichen Vorgaben", so der ORF-Chef.

Mit ORF.at sei man auch jenen Millionen Userinnen und Usern verpflichtet, "die von einem 'ORF für alle' zu Recht verlangen, weiterhin bestmöglich informiert zu werden", wurde Weißmann in einer Aussendung zitiert. Er sieht eine seit mehreren Monaten andauernde Kampagne gegen den Onlineauftritt des ORF, wo Berichterstattung mit Eigentümerinteressen vermischt werde. "Wir scheuen uns daher auch nicht davor, den Klagsweg zu bestreiten, sollten weiterhin kreditschädigende Anschuldigungen erhoben werden", drohte Weißmann mit gerichtlichen Schritten.

ORF.at war großer Zankapfel in den Verhandlungen zum neuen ORF-Gesetz. Dem VÖZ ist die reichweitenstärkste Nachrichtenseite des Landes schon seit Jahren zu "zeitungsähnlich". Die Textmeldungsanzahl wurde gesetzlich nun auf 350 Artikel pro Woche begrenzt. Auch gilt eine Quote von 30 Prozent Text- zu 70 Prozent audiovisuelle Beiträge. Nicht berücksichtigt werden mit Blick auf die Höchstgrenze laut ORF reine Schlagzeilen, die bei einem Klick darauf direkt auf eine Unterseite des ORF-Onlineauftritts wie science.ORF.at oder topos.ORF.at führen. Diese Unterseiten weisen keine Höchstgrenze für Textmeldungen auf. Die neun Bundesländerunterseiten wie wien.ORF.at oder tirol.ORF.at dagegen schon - hier gilt seit 2010 eine Beschränkung von 80 Meldungen pro Bundesland und Woche. Bei sport.ORF.at gilt zwar keine Höchstgrenze, aber ebenfalls die Quote von 30 Prozent Text- zu 70 Prozent audiovisuelle Beiträge.

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger meinte am Donnerstag gegenüber der APA, dass die "Zeitungsähnlichkeit" von ORF.at weiterhin bestehe. Das ORF-Gesetz sei eine "Mogelpackung", weil es die Vermengung von Überblicksberichterstattung und anderen Onlineaufträgen des ORF auf der "blauen Seite" zulasse und mehr als 350 Textmeldungen pro Woche ermögliche. Er stellte in Aussicht, die Medienbehörde KommAustria mit der Thematik zu befassen.