APA - Austria Presse Agentur

Ostregion: Öffi-Angebot soll bis 2030 um ein Viertel wachsen

Das Öffi-Angebot im Verkehrsverbund Ostregion (VOR) soll bis 2030 deutlich wachsen: Konkret ist eine Steigerung der Schienenkilometer um einem Viertel im Vergleich zum Fahrplanjahr 2019 in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland geplant, wie die drei betreffenden Länderchefs am Freitag bekannt gaben. Das entspricht einem Auftragsvolumen von rund elf Milliarden Euro.

Fixiert wurde der Ausbauplan im neuen Verkehrsdienstevertrag, der für ÖBB und Raaberbahn für die nächsten zehn Jahre, für die Badner Bahn und die NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft) für die nächsten 15 Jahre gilt. Die Investitionen, die zum Großteil der Bund stemmen muss, sollen Verbindungen nicht nur innerhalb der jeweiligen Bundesländer, sondern im Hinblick auf Pendler auch über Landesgrenzen hinaus verbessern, hieß es.

Darunter fallen auch Großvorhaben wie die Fertigstellung des Semmering-Basistunnels 2027, das die größte Angebotsveränderung bringen werde - vergleichbar mit der 2012 fertiggestellten Neubaustrecke zwischen Wien und St. Pölten, wurde versprochen. Projektiert ist außerdem die Schleife Ebenfurth an der Pottendorfer Linie ins Burgenland.

Der Ausbau der Verbindungsbahn in der Bundeshauptstadt soll neben der Stammstrecke eine zusätzliche Bahn-Hauptachse schaffen und westliche und östliche Bezirke miteinander verbinden. Die Südachse wird durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn profitieren.

Auf dem Programm stehen unter anderem auch noch die Elektrifizierung der Marchfeldbahn bis 2021 und der Marchegger Ostbahn bis 2023. Die Franz-Josefs-Bahn soll bis 2027 beschleunigt werden. Darüber hinaus sind Taktverdichtungen auf der Badner Bahn und einer Reihe anderer Strecken vorgesehen. "Die Zahl der Gesamtsitzplätze steigt von 600.000 auf über 800.000 pro Tag", freute sich Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) über ein "Öffi-Paket wie nie zuvor".

Die Länderchefs von Wien und Burgenland, Michael Ludwig und Hans Peter Doskozil (beide SPÖ), plädierten heute bei den notwendigen Leistungsaufträgen für Direktvergaben an die ÖBB und richteten einen entsprechenden Appell an die Bundesregierung. Denn damit werde auch die Versorgung strukturschwacher Regionen ohne Gewinnzwang garantiert, argumentierte Doskozil. "Ein Privater kann eine Verbindung bis beispielsweise Jennersdorf nur dann gewinnbringend betreiben, wenn die Tickets immens teuer sind oder das Unternehmen mit Steuergeld gestützt wird. Ich bin für beide Varianten nicht zu haben." Ludwig ergänzte: "Wir wissen gar nicht, welchen Schatz wir mit den ÖBB haben."

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