Post bei CO2-neutraler Zustellung "auf einem guten Weg"

Unternehmen will bis 2030 ohne fossile Fahrzeuge ausliefern
Die Österreichische Post AG will bis zum Jahr 2030 CO2-frei zustellen. In Graz als Pilotregion ist die Umstellung auf E-Mobilität Ende 2021 vollzogen worden, Innsbruck soll heuer folgen, ebenso Salzburg. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens unter die Lupe genommen und befindet: Noch wird zwar auch auf CO2-Kompensation gesetzt, aber eben mit dem angepeilten Ende, und grundsätzlich sei die Post "auf einem guten Weg".

Der VKI fühlt regelmäßig "grünen" Versprechen auf den Zahn. Für den "Greenwashing-Check" können Konsumentinnen und Konsumenten einmelden, wenn sie den Eindruck haben, das "grüne Mascherl" für Produkte oder Dienstleistungen sei nur Werbung mit nichts dahinter. Zuletzt seien vermehrt Anfragen zur Post eingegangen, angestoßen wohl von einer Kampagne mit Stickern auf - auch fossilbetriebenen - Zustellerautos. "Die Post wirbt mit 'CO2-neutral zugestellt', aber bei uns werden die Post und die Pakete separat mit Dieselautos zugestellt", wird eine dieser kritischen Beobachtungen im März-Heft des "Konsument"-Magazins exemplarisch wiedergegeben.

Der Konzern besitze eine große E-Fahrzeugflotte - laut Eigenangaben die größte des Landes -, und seit vergangenem Jahr werden nur mehr E-Zustellautos angeschafft, analysieren die Konsumentenschützerinnen und -schützer. Ab 2030 soll es dann ganz ohne fossile Zustellfahrzeuge gehen. Vor allem am Land seien derzeit aber noch zahlreiche Diesel- bzw. Benzinmotoren im Einsatz, daher setze die Post auch auf CO2-Kompensation: Verursachte Treibhausgasemissionen werden bei diesem Prinzip andernorts mittels Investitionen in Klimaschutzprojekte "ausgeglichen".

Vermeidung sei natürlich besser. "Allerdings macht es einen gehörigen Unterschied, ob ein Unternehmen wie die Post noch nicht vermeidbare Emissionen in ihrem Kerngeschäft - der Brief und Paketzustellung - CO2-neutral stellen will oder ob es zum Beispiel ein fossiler Dinosaurier wie Shell mit Sprit machen möchte - ohne große Änderungen im Kerngeschäft", meinen die VKI-Expertinnen und Experten. Zudem sehe die Post die Kompensation nur als zeitlich begrenzte Strategie und versuche zudem, den Konzern als Ganzes hin zur Klimaneutralität zu bringen. Dazu gehörten neben der Umstellung auf E-Mobilität auch eine effizientere Gebäudegestaltung sowie die Errichtung von Photovoltaikanlagen "und auch externe Lieferanten zu umweltschonendem Transport" anzuhalten. Im Fernverkehr zum Beispiel würden aktuell aber schlicht die technischen Möglichkeiten für CO2-frei fehlen.

"Die Post ist auf einem guten Weg", lautet das VKI-Urteil, und im Vergleich zum Mitbewerb sogar "ein Vorreiter". "Bleibt zu hoffen, dass dieser grüne Pfad nicht verlassen wird."

(S E R V I C E - Greenwashing beim VKI melden: https://konsument.at/greenwashing-check )

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