APA - Austria Presse Agentur

Presserat rügt oe24.at für irreführende Armin-Wolf-Überschrift

Der Presserat hat oe24.at, die Onlinenachrichtenseite der Mediengruppe Österreich, für eine irreführende Überschrift gerügt.

Mit dem im August 2023 erschienenen Artikel "Armin Wolf: 'Dies ist definitiv das Ende seiner Karriere'" verstieß das Medium gegen Punkt 2.1 des Ehrenkodex für die Österreichische Presse, der Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten vorschreibt.

Betrugsmasche: Frei erfundene Geschichte

Der Zusatz zur Überschrift lautete "'Radio' verbreitet angeblichen ORF-Hammer". Die Meldung bezog sich damit auf ein von "Radio Mukteshwo" verbreitetes Facebook-Posting. Dieses zeigt ein Foto von "ZiB"-Anchorman Armin Wolf mit dem Zusatz "Er wusste nicht, dass es live war! Dies ist definitiv das Ende seiner Karriere!". Mit diesen reißerischen Zeilen sollten Facebook-Nutzer:innen dazu verleitet werden, auf einen Link zu klicken und Opfer einer auf einer frei erfundenen Geschichte aufgebauten Betrugsmasche zu werden. Oe24.at griff das Posting der Internetbetrüger:innen auf und informierte, dass prominente Persönlichkeiten häufig gepaart mit reißerischen Schlagzeilen verwendet würden, um Menschen zu betrügen.

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Cyberkriminalität sei von Interesse für Allgemeinheit

Der Senat 1 des Presserats wies in einer Aussendung darauf hin, dass das Thema Cyberkriminalität von Interesse für die Allgemeinheit sei. Doch sei die von oe24.at gewählte Schlagzeile problematisch. Der Senat stimmte zwar mit dem Rechtsanwalt der Mediengruppe darin überein, dass Überschriften nicht isoliert zu betrachten seien, doch sei aus medienethischer Sicht dort eine Grenze zu ziehen, wo die Überschrift falsche Vorstellungen von der Realität wecken solle. Es gehe bei dem Artikel von oe24 weder aus dem Zusatz zur Überschrift noch aus dem Vorspann präzise hervor, dass es sich bei dem Zitat in der Überschrift um eine Betrugsmeldung gehandelt habe.

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Laut Presserat wurde die missverständliche Überschrift wohl bewusst dazu eingesetzt, die Zugriffszahlen zu steigern, womit sogenanntes "Clickbaiting" betrieben wurde. Kritisch merkte das Selbstkontrollorgan an, dass der Artikel nach wie vor unverändert abrufbar sei. Die Medieninhaberin erkennt die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats prinzipiell an und wird nun vom Presserat aufgefordert, die Entscheidung freiwillig zu veröffentlichen.