APA - Austria Presse Agentur

Pro Arbeitstag kommen 617.000 Personen nach Wien

Laut der zuletzt im Oktober 2022 durchgeführten "Kordonerhebung" queren an einem durchschnittlichen Arbeitstag 617.000 Personen die Wiener Grenze stadteinwärts, davon 77 Prozent mit dem Pkw, der Rest mit den Öffis. Jedoch haben Bus und Bahn laut den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen seit 2010 um 28,5 Prozent zugelegt. Im Vergleich dazu nahm der Autoverkehr trotz starkem Bevölkerungswachstum in diesem Zeitraum nur um rund fünf Prozent zu.

Betrachtet man nur die Morgenspitze der klassischen Pendler zwischen 5.00 und 9.00 Uhr, verbessert sich das Verhältnis zwischen Auto und Öffis leicht: Hier nutzen 29 Prozent der rund 205.000 nach Wien kommenden Personen Bus und Bahn.

Zudem sei die Personenanzahl an der Stadtgrenze in diesen zwölf Jahren nur um 9,8 Prozent angestiegen. Angesichts eines Bevölkerungswachstums in Wien um 14,3 sowie der Stadtregion um 11,1 Prozent ließe sich somit eine Entkoppelung von der Verkehrszunahme feststellen.

Genau umgekehrt zu den Pendlern ist die Situation innerhalb der Stadtgrenzen: Die Wiener und Wienerinnen nutzen für 26 Prozent der Wege innerhalb der Stadt den Pkw, zu fast drei Viertel sind sie im Umweltverbund, also zu Fuß, mit dem Rad oder per öffentlichem Verkehr (30 Prozent), unterwegs.

Erfolgsfaktoren für das Mobilitätsverhalten in Wien seien das dichte Versorgungsnetz in fußläufiger Distanz, aber auch der "hervorragend ausgebaute öffentliche Verkehr" bzw. Öffi-orientierte Stadtentwicklungsgebiete. "Auch das Parkplatzangebot am Zielort spielt eine Rolle: Entsprechend wichtig sind in dem Zusammenhang die Folgen der stufenweise Einführung der Parkraumbewirtschaftung seit 2010 und schließlich die Ausdehnung auf das flächendeckenden Parkpickerl 2022", glaubt Planungsdirektor Thomas Madreiter.