APA - Austria Presse Agentur

Prozess um Martyrium eines 63-Jährigen wird wiederholt

Am Mittwoch wird am Landesgericht der Prozess um das Martyrium eines 63-jährigen Wieners wiederholt, dessen Schicksal erstmals im Juni des Vorjahrs das Graue Haus beschäftigt hatte. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hob die erstinstanzlichen Urteile - sieben Jahre Haft für den Sohn der ehemaligen Lebensgefährtin des Opfers, drei Jahre Haft für dessen Partnerin - wegen Feststellungsmängeln auf.

Das Paar hatte am 26. Jänner 2020 den Mann laut Anklage regelrecht gefoltert. Zunächst wurde mit einem Schleifstein bzw. mit Fäusten auf den 63-Jährigen eingeschlagen. Als er zu Boden stürzte, soll sich der Angeklagte bei einem Körpergewicht von mehr 130 Kilogramm mit voller Wucht auf ihn geworfen haben. Im Anschluss wollte man den Mann dazu bringen, Katzenfutter zu essen, ehe er gezwungen wurde sich auszuziehen. Dann wurde er weiter malträtiert.

Der Betroffene erlitt Frakturen am Halswirbel und am Brustwirbel, einen Jochbeinbruch sowie Serienrippenbrüche. Einem gerichtsmedizinischen Gutachten zufolge handelte es sich um schwerste Verletzungen, der Mann konnte aufgrund dessen keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen. Das Paar hatte das Opfer unter einem Vorwand zu einem Treffen gebeten. Sie gaben vor, sich mit diesem "aussprechen" zu wollen. Laut Anklage war Apathie das ausschlaggebende Motiv für die Tathandlungen, die zu einer Anklage wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung führten.