Rabenhof Theater lädt mit Stefanie Sargnagel zum "Opernball"

Stefanie Sargnagel war am Opernball
Die Jubiläumssaison ist gelaufen. Angesichts der rundum wechselnden Direktionen von Burg- und Volkstheater bis Josefstadt und TAG steht das Rabenhof Theater in Wien-Landstraße fast wie ein Fels in der Brandung. Mit 87,29 Prozent Auslastung bei 71.199 Besucherinnen und Besuchern 280 in Vorstellungen kann Prinzipal Thomas Gratzer mit seiner 20. Saison zufrieden sein. Am Montagabend lädt er zum Kurkonzert samt Präsentation des nächsten Saisonprogramms, 2025 dann zum "Opernball".

Das Stück mit dem Untertitel "Walzer, Wein und Wohlstandsbauch" stammt von Stefanie Sargnagel, basiert auf ihren persönlichen Eindrücken von einem Besuch des Staatsballs und ist Gratzers persönliches Saison-Highlight 2024/25. "Mit der bereits dritten Sargnagel-Uraufführung sind wir mittlerweile DAS Sargnagel-Uraufführungshaus. Darauf freue ich mich wahnsinnig", versichert er im Gespräch mit der APA. Auch die Zusammenarbeit mit dem Johann-Strauss-Jahr freut den Direx, der das Stück wieder Christina Tscharyiski überantwortet hat, die es am 25. Februar 2025 zur Uraufführung bringen wird.

Gratzer selbst inszeniert Konrad Bayers "Kasperl am elektrischen Stuhl" als dadaistisch-theatralische Literaturrevue (Premiere: 23. April 2025), bietet eine Zusammenarbeit von Michael Köhlmeier mit Hans Theessink auf ("Hoochie-Coochie Man", ab 15. Oktober 2024), lässt Austrofred "Gänsehaut" erzeugen (ab 25. Oktober) und Christoph Grissemann, Dirk Stermann und Michael Ostrowski mit einer Autobiografie-Leseshow ("Writing Stars", ab 17. Dezember) die Bühne entern. Und weil der Rabenhof seinem Kurs treu bleibt, setzt Roman Freigaßner-Hauser auch seine Reihe "Classics for Kids" mit "Kleopatra" und "Rotkäppchen" fort.

"Inhaltlich haben wir unser Konzept nicht geändert, dass wir aber immer wieder neue Künstlerinnen und Künstler entdeckt und ans Haus gebunden haben, freut mich sehr", sagt Gratzer, der bei der Rabenhof-Bezirke-Tour in der vergangenen Saison neben Liesing, Floridsdorf und Donaustadt erstmals auch Favoriten bespielt hat und dabei weitere 7.163 Tickets für 19 Vorstellungen verkaufen konnte. Die Gratis-Kultur macht ihm allerdings zusehends Sorgen. "Viele Künstlerinnen und Künstler, die auch bei uns zu sehen sind, werden etwa von der Stadt Wien für Free-Events gebucht. In Zeiten, in denen das Publikum ohnedies eher weniger als mehr wird, macht es das nicht einfacher für uns."

Andere Entwicklungen beobachtet der Theaterleiter dagegen mit Interesse: Die bevorstehenden Neustarts von Stefan Bachmann am Burgtheater und Jan Philipp Gloger ein Jahr später im Volkstheater brächten Bewegung in eine Szene, die allzu leicht in Selbstgenügsamkeit zu erstarren drohe, meint er. Neue Ansätze, die etwa Sara Ostertag für das TAG angekündigt hat, seien zwar "superspannend" und hätten "absolut ihre Berechtigung", müssten dann aber auch ihr Publikum finden. Theater dürfe nicht aus Angst vor ständigen Facebook-und Twitter Gerichtstagen Dinge tun oder unterlassen. Deswegen findet Thomas Gratzer auch die neue Linie der Wiener Festwochen gut. "Milo Rau macht das super. Er mischt die Stadt richtig auf", meint er - und fügt ironisch dazu: "Ein bisschen weniger die Welt retten und ein bisschen mehr Theater wäre allerdings nicht schlecht."

Ganz ohne Welt retten wird es allerdings nicht gehen. "Es ist grauenhaft, was sich da zusammenbraut", fasst der Chef des "Gemeindebautheaters der Herzen" die Weltlage zusammen. "Für uns ändert das allerdings nicht viel. Wir waren immer kämpferisch - und sind auch jetzt bereit, den Kampf aufzunehmen."

(S E R V I C E - www.rabenhof.at)

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