APA - Austria Presse Agentur

Reisefreudigkeit der Österreicher ist 2020 ungebrochen hoch

Von Konjunkturpessimismus und Flugscham keine Spur - die Reiselust der Österreicher ist auch 2020 stark ausgeprägt. Daran hat selbst die Pleite des weltweit zweitgrößten Reiseveranstalters Thomas Cook im vergangenen Herbst nicht gerüttelt. "Die Reisefreudigkeit ist auf Rekordniveau, 90 Prozent planen eine Reise zu buchen", sagte Helga Freund, Vorständin der Verkehrsbüro Group, vor Journalisten.

"Wir hatten auch schon Jahre, da waren das nur 74 oder 77 Prozent", sagte die Touristikerin, die auch Ruefa-Geschäftsführerin ist, mit Blick auf die Jahre 2011 bis 2013. Im Durchschnitt würden heuer 18 Urlaubstage angestrebt - 58 Prozent planen den Angaben zufolge, ein bis drei Wochen zu verreisen, 36 Prozent bis zu einer Woche. Mehr als vier Wochen gönnen sich vor allem Ältere aus der Altersgruppe 60 plus. Das geht aus dem aktuellen Ruefa Reisekompass hervor, der auf der Befragung von 1.500 Österreichern durch das Marktforschungsinstitut Marketagent im November beruht.

"Die Insolvenz von Thomas Cook hat natürlich die Touristikbranche erschüttert und weitreichende Auswirkungen auf die Reisebranche, das Reiseverhalten der Österreicher hat sich aber nicht verändert", betonte Freund heute, Donnerstag, zum Auftakt der Ferien-Messe Wien, Österreichs größter Urlaubs- und Reisemesse.

Als Urlaubsbudget stehen zwei Drittel der Österreicher heuer jeweils 1.500 Euro zur Verfügung, dem restlichen Drittel aber deutlich mehr. Dadurch liegen im bundesweiten Schnitt 1.620 Euro in der Reisekasse jedes Urlaubers. "Die Konjunkturprognosen sind kein Anlass, beim Urlaub zu sparen, weil er einfach ein Höhepunkt des Jahres ist", meinte Stefan Gensasz von Marketagent. Die Hälfte bucht laut Umfrage über drei Monate vor Urlaubsantritt, die Planung beginnt naturgemäß noch früher.

"Für 2020 haben wir bereits circa 40 Prozent der Buchungen im Haus, der Rest wird in den nächsten zwei, drei Monaten gebucht", berichtete Freund. Diesen Winter seien bei Ruefa vor allem die Malediven, Spanien, Thailand, Ägypten und Mauritius gefragt. Im kommenden Sommer sei Griechenland bei den Umsätzen in den Reisebüros (18,8 Prozent) führend und wachse nach wie vor. Dahinter folgten Spanien (9,5 Prozent), das auch wieder wachse, die USA (5,8 Prozent) und Italien (5,4 Prozent). Platz fünf belegt die Türkei (5,3 Prozent), dahinter folgt Deutschland (4,5 Prozent). Bei Ägypten (4,3 Prozent) gebe es momentan einen sehr guten Zuwachs.

Die meisten Österreicher (77 Prozent) wollen 2020 laut Umfrage innerhalb Europas verreisen - dabei vor allem nach Italien (33 Prozent), Kroatien (28 Prozent), Deutschland (20 Prozent), Griechenland (13 Prozent) und Spanien (11 Prozent). 71 Prozent der Befragten haben einen Urlaub in Österreich vor, 28 Prozent planen eine Fernreise.

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind für die heimischen Urlauber ein Thema - Hauptmotiv für die Auswahl des Reiseziels sind aber der Preis und die Kosten. Jeder Zweite (53 Prozent) richtete seine Pläne bei seinem letzten Urlaub danach aus. Innerhalb Europas bzw. im näheren Ausland würden zwei Drittel eine Anreise mit der Bahn gegenüber einem Flug bevorzugen. Für Bahnreisen sprechen Umweltschutz (41 Prozent) und Sicherheit (23 Prozent), dagegen die Reisedauer (12 Prozent) und der Preis (10 Prozent). Im Alltag ist Nachhaltigkeit 60 Prozent wichtig, beim Urlaubbuchen nur 45 Prozent. Den Urlaubs- und Reiseverkehr sieht nur knapp ein Drittel (31 Prozent) als größte globale Herausforderung in Bezug auf Umweltschutz in den nächsten Jahren.

Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu, um Ihnen eine optimale Nutzererfahrung zu ermöglichen. Alle Informationen finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie. Sie haben bereits ein AdFree-Abo? Hier einloggen!