APA - Austria Presse Agentur

Republik muss nach Schussverletzung Soldaten entschädigen

Nach einem Unfall beim Bundesheer muss der Bund den verletzten Soldaten entschädigen.

Beim Unfall wurde ein Vorgesetzter bei einem Grundwehrdiener mit einer Pistole versehentlich in den Oberschenkel geschossen hatte, 

Das hat nun der Oberste Gerichtshof (OGH) klargestellt, wie die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Mittwochausgabe berichtet. Der Unfall hatte sich im August 2019 in der Südsteiermark ereignet. Der damals 20-jährige Oberösterreicher erlitt einen glatten Durchschuss.

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Der junge Mann wurde operiert. Der Grundwehrdiener verlangte Schadenersatz und klagte den Bund als Rechtsträger des Bundesheeres auf etwa 22.000 Euro Schadenersatz. Die Vorinstanzen gaben ihm recht, der Bund ging in Revision.

Der OGH betonte nun, dass sich der Bund bei einem Grundwehrdiener nicht auf eine Einschränkung der Haftung des Dienstgebers berufen kann. Diese würde an sich dann schlagend, wenn die Schädigung nicht vorsätzlich erfolgt ist - wie eigentlich in diesem Fall: Der Vorgesetzte hatte das Entladen der Schusswaffen überwacht, dabei dürfte er aber auf die Entladung seiner eigenen Glock vergessen haben. Beim Verstauen der Waffe im Spind löste sich der Schuss und traf den Soldaten.

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Doch der OGH gab den Vorinstanzen recht, die betonten, dass Grundwehrdiener in Bezug auf diese Haftungseinschränkung anders zu behandeln sind als normale Mitarbeiter. Denn die Präsenzdiener machen diesen Job nicht freiwillig. "Die für Arbeitsunfälle von Dienstnehmern bestehende Haftungsbeschränkung kann daher auf Dienstunfälle von Grundwehrdienern nicht angewendet werden. Daran ändert es auch nichts, dass Präsenzdiener den Dienstnehmern insoweit gleichgestellt sind, als sie für Schäden aus im Dienst erlittenen Verletzungen Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten", schrieb der OGH auf seiner Homepage.