APA - Austria Presse Agentur

Rund 2.000 Schuldsprüche nach Unruhen in Frankreich

In Frankreich sind rund 2.000 Menschen wegen der landesweiten Ausschreitungen nach einem tödlichen Polizeischuss auf einen 17-Jährigen verurteilt worden. "Es ging darum, Recht und Ordnung wiederherzustellen", sagte der französische Justizminister Eric Dupond-Moretti am Dienstag dem Radiosender RTL. Er habe eine "schnelle, entschlossene und systematische" Reaktion der Gerichte auf die schlimmsten Ausschreitungen seit 2005 eingefordert.

Von insgesamt 2.107 Angeklagten wurden nach Dupond-Morettis Angaben 1989 für schuldig befunden und 1787 zu Gefängnisstrafen verurteilt - viele davon in Schnellverfahren. Ende Juni hatte ein Polizist in einer Pariser Vorstadt den 17-jährigen Nahel M. erschossen, der sich einer Verkehrskontrolle entziehen wollte. Nach der Erschießung des Jugendlichen mit nordafrikanischen Wurzeln war es zu nächtelangen, oft gewaltsamen Protesten im Großraum Paris und vielen anderen Städten und Kommunen im ganzen Land gekommen. Die Wut vieler junger Menschen richtete sich gegen Symbole der französischen Republik, wie etwa Rathäuser.

Während der Unruhen kamen landesweit knapp 3.500 Menschen in Polizeigewahrsam, mehr als 12.000 Fahrzeuge brannten ab, gut 1.100 Gebäude wurden beschädigt. Erst durch den Einsatz von rund 45.000 Sicherheitskräften konnten die Proteste beruhigt werden.