APA - Austria Presse Agentur

Salzburger Mozartwoche fulminant eröffnet

Mozart ist nicht mehr alleine. Nach fünf Jahren öffnet die Salzburger Mozartwoche das Programm wieder für andere Komponisten. Ausgerechnet Antonio Salieri, Mozarts vermeintlichen Mörder, setzt Rolando Villazón seinem Lieblingskomponisten gegenüber, wenn auch nur mit einem Werk im Eröffnungskonzert im Großen Saal der Stiftung Mozarteum am Mittwoch, bei dem ihn das Publikum wie zu erwarten feierte. Nichts konnte ihn aufhalten, sein geliebtes Festival fulminant zu eröffnen.

"Es regnet, in Deutschland streikt die Bahn, und ich kämpfe mit einer Erkältung. Aber macht nichts, Mozart lebt und Salieri auch ein bisschen", begrüßte Rolando Villazón sein Publikum unter großem Applaus. Wie bereits in den vorausgegangenen Jahren moderierte der Mozartwochen-Intendant das Eröffnungskonzert, erzählte kleine Anekdoten aus den Proben und scherzte mit seinem Dirigenten Roberto Gonzalez-Monjas. Hier konnte man zwei echten Mozart-Fans beim lockeren Plaudern zuhören, was das Programm sehr nahbar machte.

Dass Gonzalez-Monjas den Komponisten genauso schätzt wie der Intendant, machte er von Anfang an in seinem Dirigat hörbar. Pure Fröhlichkeit zog sich durch die Sätze der Sinfonie in Es-Dur, bei der er sogar den Moll-Wechseln etwas Fideles abgewinnen konnte. Ab kommendem Herbst wird er der Chefdirigent des Mozarteumorchesters sein, das er auch zur Eröffnung leitete und mit seiner Laune ansteckte. Gesucht und gefunden, könnte man sagen. Auch die Jupitersymphonie im zweiten Teil nach der Pause gingen Dirigent und Orchester energetisch und strammen Schrittes an, was dem Werk eine gute Portion Frische verlieh, die Akustik des Saals aber zeitweise an ihre Grenzen brachte.

Natürlich ließ es sich der Chef nicht nehmen, selbst ein paar Arien an diesem Abend beizusteuern. "Mozart hat sein allererstes Werk für Stimme für mich geschrieben. Ok Spaß, aber für Tenor", scherzte Villazón in der Anmoderation. In der Konzertarie "Va, dal furor portata" war dann relativ wenig von der angekündigten Angeschlagenheit zu hören. Villazón ging im konstant hohen Energielevel durch all seine Arien, zur Belustigung des Publikums auch immer wieder mit darstellerischen Einlagen. Das kann mitunter schon mal zu viel des Guten sein, doch Villazón weiß genau, wie er sein Publikum kriegt und bei der Stange hält.

Für Salieri war letztlich nur ein kleines Plätzchen im Programm übrig. Seine Sinfonia "Il giorno onomasco" leitete Gonzalez-Monjas mit Fokus auf möglichst vielen Akzenten, in die ihm das Mozarteumorchester spielfreudig folgte. In der direkten Gegenüberstellung mit Mozart wurde tatsächlich hörbar, warum der eine als Genie und der andere als etablierter Musiker bekannt wurde. Trotzdem machten Dirigent und Orchester Lust auf mehr Salieri, wozu man beim Festival aber auch noch genügend Gelegenheiten bekommt. Das Publikum feierte die Eröffnung jedenfalls mit fulminantem Applaus.

(Von Larissa Schütz/APA)

(S E R V I C E - Programm und Karten unter: www.mozarteum.at )