Salzburger S-LINK: Planer präsentieren Trasse bis Hallein

Der S-LINK soll die staugeplagte Stadt Salzburg entlasten.
Die Planer der Salzburger Stadtregionalbahn S-LINK haben am Mittwoch eine Trassenempfehlung für die rund 17 Kilometer lange Gesamtstrecke vom Hauptbahnhof Salzburg bis nach Hallein abgegeben. Auf den Meter in Stein gemeißelt ist der heute präsentierte Korridor aber noch nicht. Er soll in den kommenden Monaten mit Anrainern und Anrainergemeinden konkretisiert werden - und dann als Entscheidungsgrundlage für die angekündigte Bürgerbefragung im Herbst dienen.

"Aus fachlicher Sicht verspricht dieser Korridor unter den gegebenen Rahmenbedingungen und Zielen die bestmögliche Umsetzung", sagte Stefan Knittel, Geschäftsführer der S-LINK-Projektgesellschaft, bei einem Pressegespräch in Hallein. Fest steht nun auch, dass die Bahn nach der unterirdischen Querung der Salzburger Altstadt auf Höhe der Friedensstraße wieder an die Oberfläche kommen soll. Die Trasse wird dann in der Mitte der Alpenstraße weiter bis Anif geführt, wo die Straße im Bereich der Anifer Kreuzung unter die Erde verlagert werden soll.

Die Autobahnauffahrt Salzburg-Süd wird unterirdisch gequert, die Königssee-Ache mit einer Brücke überwunden. Neben der Ortschaft Rif mit dem Universitätssportzentrum wird auch die Rehhofsiedlung angebunden, bevor die Salzach südlich des Binder-Holz-Werks gequert wird. Parallel zu den bestehenden ÖBB-Gleisen soll der S-LINK dann bis zum Bahnhof Hallein führen.

Zwischen den Endstationen sind 14 Haltestellen und zwei Bedarfshaltestellen vorgesehen. In der Stadt Salzburg soll die Bahn einmal im 7,5-Minuten-Takt, ab der Stadtgrenze im 15-Minuten-Takt fahren. Die Trasse wird im Stadtgebiet zweigleisig, später mit kurzen Ausweichabschnitten eingleisig geführt. Das reicht laut Experten für die angestrebten Takte. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzte Knittel heute auf rund 2,2 Mrd. Euro. Wie sich Bund, Land und Gemeinden die Kosten aufteilen, sei hingegen eine politische Frage.

Vor wenigen Wochen hat das Klimaministerium der S-LINK-Projektgesellschaft auch die Konzession zum "Bau und Betrieb einer vernetzten Nebenbahn" erteilt. Die oberste Eisenbahnbehörde habe dem Projekt nach einer Kosten-Nutzen-Analyse Wirtschaftlichkeit und öffentliches Interesse bescheinigt, hieß es heute. Auch die Finanzierung - der Bund übernimmt 50 Prozent der Investitionssumme - wird im Bescheid erneut zugesagt. Die Konzession wurde für 99 Jahre erteilt und gilt für den Personenverkehr auf der Strecke Salzburg Lokalbahnhof bis Hallein und auch für einen möglichen Güterverkehr von der Abzweigung des Zementwerks Leube bis Hallein.

Der Geschäftsführer des Salzburger Verkehrsverbunds, Johannes Gfrerer, betonte heute die Notwendigkeit des S-LINK für die autoverkehrsgeplagte Landeshauptstadt. "Wir haben täglich 60.000 Einpendler, 60.000 Binnenpendler und 15.000 Auspendler, die ihre Arbeitswege hauptsächlich mit dem Auto zurücklegen - und dazu kommt noch der Freizeit- und der touristische Verkehr. Die Öffis in Salzburg bleiben derzeit im Stau stecken. Für einen pünktlichen integrierten Taktfahrplan ist das Gift." Der S-LINK soll darum einmal das Herzstück eines Gesamtverkehrskonzepts für den Salzburger Zentralraum werden.

Allerdings hat die Politik die Realisierung des Jahrhundert-Projekts von einer Bürgerbefragung im Herbst abhängig gemacht. In der Stadt Salzburg lehnt etwa die Bürgermeister-Partei SPÖ den S-LINK grundsätzlich ab. Und auch andere Fraktionen haben vor der Gemeinderatswahl am 10. März erklärt, dem Bau bei einem negativen Votum keine Zustimmung erteilen zu wollen - auch wenn sie sich grundsätzlich zum Projekt bekannt haben. In einer ersten, von einer Bürgerinitiative ausgegangenen Bürgerbefragung im November 2023 hatten sich 58 Prozent der Stadt-Salzburgerinnen und Salzburger gegen einen unterirdischen S-LINK ausgesprochen - jedoch ohne verbindliche Folgen für die Politik.

Der S-LINK ist die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn vom Hauptbahnhof durch die Stadt bis weiter nach Hallein. Der erste, rund 900 Meter lange S-LINK-Abschnitt vom Hauptbahnhof bis zum Mirabellplatz ist fertig geplant. Er wird zu 50 Prozent aus Bundesmittel finanziert und befindet sich derzeit in der Umweltverträglichkeitsprüfung.

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