APA - Austria Presse Agentur

Sauna-Floß für Kulturhauptstadt 2024 auf dem Traunsee

Das erste von vier Flößen des Projektes "Plateau Blo" der Linzer Kunstuniversität für die Europäische Kulturhauptstadt Bad Ischl - Salzkammergut 2024 (SKG 2024) ist offiziell Donnerstagnachmittag in Gmunden zu Wasser gegangen. Eine schwimmende Sauna tauchte in den Traunsee ein. Ab April kommen noch eine Bühne für Ausstellungen und Performances sowie eine Forschungsstation für Artists in Residence und eine freie Fläche dazu.

Am Donnerstagfrüh hatten die Projektleiterinnen Simone Barlian und Sabine Pollak vom Department raum&designstrategien der Kunst Uni kurz die Luft anhalten müssen. Bereits am Abend zuvor war die Sauna zur Esplanade gezogen worden und legte dort an. Die Wasserfläche war spiegelglatt, sodass Barlian und einige Studierende einmal "probeschwitzten". Alles funktionierte, meinte die Gmunderin. Doch dann kam die Nacht und starker Wind. Donnerstag um 7.00 Uhr waren beide Seitenruder des Floßes abgerissen, erzählte sie weiter. Beide konnten aber aus dem Wasser gezogen werden.

Am Nachmittag zur offiziellen Eröffnung war ein Seitenteil zumindest wieder provisorisch befestigt. Noch immer herrschte Seegang und die orangene Hütte auf der Plattform schaukelte gehörig.

Mehr als zwei Dutzend Studierende haben im aufgelassenen Alten Gaswerk in der Hafengegend unter der Leitung von Barlian und Pollak die vier Plattformen gezimmert. "Es braucht junge Menschen, die sich an dieser Region üben", meinte die künstlerische Leiterin von SKG 2024, Elisabeth Schweeger. Denn die Zukunft liege im ländlichen Raum, falle er weg "haben wir nichts mehr zum Atmen, nichts mehr zum Essen", sagte sie.

Pollak bezeichnete das Projekt "Plateau Blo" als "Utopie". Utopien seien grundsätzlich am Land verortet und seien eine Insel. Und, eigentlich ließen sich Utopien nicht bauen und damit festmachen, merkte sie an. Nachdem die vier Flöße aber in Bewegung seien, gelte dies im übertragenen Sinne. Grundsätzlich wollte die Kunstuni mit ihrem Projekt neuen "Raum am See" schaffen, nachdem die Uferzonen der Salzkammergut Seen großteils in privater Hand und öffentliche Zugänge rar sind. Zugleich setze man auch "ein Statement gegen exklusives Besitzdenken", betonten die Initiatorinnen.

Ab Februar wird das Sauna-Floß auf dem Traunsee unterwegs sein, über ein Saunatelefon könne es dann gebucht werden. Bis zu zehn Personen finden darin Platz.