APA - Austria Presse Agentur

Schlechte Umfragewerte für russischen Präsidenten Putin

Nach rund 20 Jahren an der Macht stößt der russische Präsident Wladimir Putin bei seinen Landsleuten Umfragen zufolge auf immer weniger Vertrauen. Bei rund 32 Prozent lag in der jüngsten Befragung des Meinungsforschungsinstituts WZIOM der Wert bei der Frage nach dem Vertrauen. Das sei der niedrigste Stand seit der Erhebung 2006 gewesen, hieß es.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es noch gut 47 Prozent. Dass die Bewertung Putins falle, liege daran, dass die Menschen keine Fortschritte sähen, sagte WZIOM-Chef Waleri Fjodorow dem kremlkritischen Fernsehsender Doschd am Mittwoch. So seien etwa die Einkommen seit fünf Jahren nicht gestiegen.

"Das hauptsächliche Problem ist, dass die Leute nicht glauben, dass sie morgen besser leben werden als heute", sagte Fjodorow. Das Meinungsforschungsinstitut FOM fragte im Auftrag des Präsidialamtes auch, wen die russischen Bürger wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären. Durchschnittlich waren das noch 48 Prozent für Putin. Er erhielt 2018 bei der Wahl 76,69 Prozent der Stimmen.

Die Tageszeitung "RBK" hob besonders hervor, dass in der Region Magadan im äußersten Osten Russlands der FOM-Umfrage zufolge sogar nur 36 Prozent der Menschen bereit seien, Putin als Präsidenten zu wählen. Zugleich geht aus den Umfragen bei beiden Instituten klar hervor, dass der Präsident trotzdem der mit Abstand beliebteste Politiker ist. Niemand sonst reicht an diese Werte heran.

Der 66-Jährige würde demnach jede Wahl locker gewinnen. So fragte WZIOM etwa auch nach dem Vertrauen in den Oppositionspolitiker und Anti-Korruptions-Kämpfer Alexej Nawalny, der bei dieser Frage auf 1,5 Prozent kam. Im Gegensatz zu Putin kann sich Nawalny allerdings nicht auf das mächtige Staatsfernsehen stützen.

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