Schlepper versteckte Syrer in Boxen unter Kastenwagen

Das Fahrzeug wurde extra umgebaut
Die Polizei hat in Vösendorf (Bezirk Mödling) ein umgebautes Schlepperfahrzeug entdeckt.

 Mit dem Kastenwagen wurden fünf Syrer transportiert. Vor den Grenzkontrollen wurden die Geschleppten in eigenen Boxen unter der Bodenplatte, die hydraulisch geöffnet und geschlossen werden können, versteckt, teilte die Polizei am Freitag in einer Aussendung mit. Die Konstruktion wurde nach der Einvernahme des Lenkers und der Geschleppten im Alter von 16 bis 50 Jahren gefunden.

Die Flüchtlinge waren im Gepäckraum des Fahrzeugs untergebracht, während der Grenzkontrollen wechselten sie in die Boxen. Ein Zeuge hatte vergangenen Sonntagabend die Polizei verständigt, da er beobachtet hatte, wie mehrere Personen aus einem weißen Kastenwagen gestiegen waren und er einen Schleppertransport vermutete. Der Chauffeur, ein 36-jähriger Bulgare, wurde festgenommen. Er gab laut Polizei zu, die Syrer gegen eine Bezahlung von je 6.000 Euro von seinem Heimatland nach Österreich gebracht zu haben. Er wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.

Der 36-Jährige ist nach Angaben der Exekutive der erste heuer in Niederösterreich in Haft genommene Schlepper. 2023 wurden von 1. Jänner bis 1. Mai 18 Verdächtige gefasst, die Flüchtlinge illegal transportiert hatten. In diesem Zeitraum wurden im Vorjahr 909 geschleppte Personen aufgegriffen, heuer waren es 219.

"Die Aufgriffszahlen belegen, dass die kriminellen Schlepperorganisationen Österreich zunehmend meiden und ihre Routen verlegen", teilte die Polizei mit. Aufgrund der internationalen Vernetzung und der umfassenden operativen Maßnahmen an der Grenze wie Kontrollen zur Slowakei und Tschechien habe sich die Strecke von Serbien - Ungarn in Richtung Bosnien-Herzegowina - Kroatien - Slowenien nach Italien verlagert. Der Schlepperlohn nach Österreich sei "um ein Vielfaches gestiegen, was zu einer geringen Nachfrage bei Flüchtlingen sorgt".

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