Schulden steigen weiter an

Schulden werden mehr
Der öffentliche Schuldenstand ist Mitte des Jahres bei 354,6 Milliarden Euro gelegen und war damit um sechs Mrd. höher als am Ende des ersten Quartals 2022. Das geht aus heute veröffentlichten Unterlagen der Statistik Austria hervor. Diese warnt jedoch, dass man nur bedingt Aussagen über das Jahresergebnis ableiten kann. Denn die fiskalischen Maßnahmen, die in Folge des Ukraine-Kriegs unternommen wurden, werden großteils erst im zweiten Halbjahr schlagend.

Wie auch in den Vorquartalen geht der größte Anteil des Anstiegs des öffentlichen Schuldenstands mit sieben Milliarden Euro auf den Bundessektor zurück. Der Anstieg dort wird durch die anderen Teilsektoren um eine Mrd. Euro leicht verringert, besonders durch Schuldenabbau im Landessektor. Die Schuldenquote - also das Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) - lag nach dem ersten Halbjahr bei 82,7 Prozent.

Das Finanzierungsdefizit des Staates ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 19 auf eine Milliarde zurück. Gemessen am BIP lag es bei 0,5 Prozent. Im ersten Halbjahr 2021 waren es 9,8 Prozent des BIP. Die Staatseinnahmen stiegen im Vergleich um zwölf Prozent bzw. 11,4 Mrd. Euro. Die Staatsausgaben reduzierten sich um 5,9 Prozent bzw. 6,6 Mrd. Euro.

Auf der Einnahmenseite waren im ersten Halbjahr die Steuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent höher und überstiegen auch das Vor-Corona-Niveau des ersten Halbjahrs 2019 deutlich. Vor allem Einkommens- und Gütersteuern (Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer etc.) zogen mit plus 19,2 bzw. plus 13,2 Prozent deutlich an.

Der absolute Rückgang der Staatsausgaben ist vor allem dem starken Rückgang der staatlichen Subventionen (-7,9 Mrd. Euro) geschuldet. Bedingt durch die auslaufenden Corona-Maßnahmen sanken diese im ersten Halbjahr um 62,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Konjunkturaufschwung brachte auch eine spürbare Erholung des Arbeitsmarktes sowie stark rückläufige Ausgaben für die Kurzarbeit durch den Staat.

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