APA - Austria Presse Agentur

SozialpartnerInnen sprechen über Verlängerung der Kurzarbeit

Die Sozialpartner sprechen am Mittwoch erneut über die Verlängerung der Kurzarbeit. Das neue Modell, bereits das dritte, soll ab Herbst in Anspruch genommen werden können, da die "Covid-19-Kurzarbeit" Ende September ausläuft.

Ziel ist eine baldige Einigung, damit die "Kurzarbeit drei" kommende Woche durch den Ministerrat gehen kann. Es gibt noch heikle Fragen, etwa zur Weiterbildungspflicht. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) wünscht sich, dass sich Arbeitnehmer verpflichtend weiterbilden müssen, wenn sie weniger als 80 Prozent als üblich arbeiten. Es wäre sowohl für die Betriebe als auch für die Arbeitnehmer von Vorteil, wenn die Zeit, die nicht gearbeitet wird, für berufliche Weiterbildung genutzt werden könne, hieß es dazu aus der WKÖ zur APA. Die Arbeitnehmervertreter sind ob der Machbarkeit skeptisch. Aus dem Gewerkschaftsbund (ÖGB) hieß es zur heutigen Runde nur, dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Mindestarbeitszeit. Die Gewerkschaft will, dass mindestens 40 Prozent der Arbeitszeit zu leisten sind, wie Spitzengewerkschafter Josef Muchitsch (SPÖ) Anfang der Woche sagte. Die WKÖ hingegen fordert, dass die Arbeitszeit wie bisher um bis zu 90 Prozent reduziert werden kann.

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Die Ersatzraten dürften hingegen bleiben. Je nach Gehalts-/Lohnhöhe sollen die Arbeitnehmer 90, 85 bzw. 80 Prozent ihres Nettoeinkommens bekommen, wobei die Arbeitgeber nur die tatsächlich gearbeitete Arbeitszeit bezahlen. Das neue Modell könnte bis zu zwei Jahre gelten und dazwischen immer wieder evaluiert werden. Es soll billiger sein als das bisherige.

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Aktuell sind in Österreich 456.127 Arbeitskräfte in Kurzarbeit und weitere 433.779 Menschen arbeitslos oder in AMS-Schulungen, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Die Verlängerung der Kurzarbeit ist laut Ministerium vor allem in der Warenproduktion, im Handel, sowie im Tourismus und in der Gastronomie ein Thema. Zum Höhepunkt der Coronakrise, während des Lockdowns im Frühjahr, war mehr als eine Million Menschen in Kurzarbeit. Bisher wurden für die Kurzarbeit 3,7 Mrd. Euro an anspruchsberechtigte Unternehmen ausbezahlt.

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