Die SPÖ-Frauen wählen ihre neue Vorsitzende

Heinisch-Hosek ab heute nicht mehr SP-Frauenchefin
Gabriele Heinisch-Hosek hat sich am Freitag als Vorsitzende der SPÖ-Frauen verabschiedet.

Angesichts von drei Nachfolgekandidatinnen – neben Heinisch-Hoseks Favoritin Eva-Maria Holzleitner auch Elvira Schmidt und Mireille Ngosso – zeigte sie sich für eine gute Entscheidung der 373 anwesenden Delegierten der Bundesfrauenkonferenz zuversichtlich. Ihr Wunsch sei, dass man nach der Wahl geeint die Konferenz verlasse und Gruppenbildungen hintanstelle.

Heinisch-Hosek stand zwölf Jahre lang den SPÖ-Frauen vor. "Es war mir wirklich eine riesengroße Freude, selten kein Vergnügen und wirklich eine ganz große Ehre", unterstrich sie in ihrer Abschiedsrede, gestand aber auch ein, dass sie mit der ÖVP als Koalitionspartner viele Kompromisse akzeptieren musste. Ihre Nachfolgerinnengeneration habe viel Arbeit vor sich, denn jeder Stillstand sei auch ein Rückschritt. Die SPÖ-Frauen seinen "die wichtigste Säule in dieser Partei", und die neue Vorsitzende Ideengeberin für den "riesigen verlässlichen Tanker SPÖ".

Vor Heinisch-Hoseks Rede war die Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner am Wort. "Auf uns, liebe Freundinnen, können sich die Frauen in Österreich verlassen", betonte sie. Bei keiner der anderen Parteien, auch nicht bei den Grünen, sei dies der Fall. Sie lobte Heinisch-Hosek für ihren Einsatz und gesetzte Meilensteine, darunter die Frauenquote in staatsnahen Betrieben und den Universitäten oder den Papamonat.

Dass ungewöhnlicherweise drei Frauen kandidieren, "das zeichnet uns aus", betonte Rendi-Wagner am Vortag des SPÖ-Bundesparteitags, denn es zeige, dass viele in der Frauenorganisation zum Übernehmen von Verantwortung bereit seien. "Für Spannung ist gesorgt, und ich bin froh. Ich liebe Spannung, wirklich."

Offen war im Vorfeld der Wahl, wer sich durchsetzen würde. Der Wiener Gemeinderätin Ngosso wurden geringere Chancen eingeräumt. Ob sich aber die von Heinisch-Hosek gepushte Nationalratsmandatarin Holzleitner oder Schmid als niederösterreichische Frauenvorsitzende - eigentlich Heinisch-Hoseks politische Heimat - durchsetzen würde, wagten Insiderinnen im Vorfeld nicht zu beurteilen.

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