APA - Austria Presse Agentur

SPÖ setzt bei Wien-Wahl auf etablierte Kräfte

Keine Überraschungen, keine Quereinsteiger: Die SPÖ setzt bei ihren Kandidatinnen und Kandidaten für die Wien-Wahl am 11. Oktober wie schon vor fünf Jahren auf etablierte Kräfte. So findet sich nach Parteichef und Bürgermeister Michael Ludwig die gesamte rote Regierungsmannschaft auf den vordersten Plätzen der Landesliste. Im Wahlkampf selbst wird Corona-bedingt auf Groß-Events verzichtet.

Die Liste wurde am Montagnachmittag bei einem Medientermin im Arkadenhof des Rathauses präsentiert. Die Reihung der Namen sowie das Wahlprogramm waren unmittelbar zuvor abgesegnet worden. Ludwig berichtete von einem einstimmigen Beschluss im Vorstand und einer "überwältigenden Mehrheit" im Wiener Ausschuss, dem größten Gremium der Wiener Sozialdemokraten. Es sei eine "sehr ausgeglichene Liste" mit "hoher inhaltlicher und politischer Kompetenz", freute sich der Bürgermeister.

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Die Altersspanne der SPÖ-Kandidatinnen und -Kandidaten liegt diesmal zwischen 18 und 73 Jahren - bei einem Durchschnitt von etwas mehr als 43 Jahren. Ludwig wies daraufhin, dass sich Frauen- und Männeranteil die Waage halten. Rund 20 Personen weisen zudem Migrationshintergrund auf.

Die Landesliste ist gemeinsam mit den Wahlkreislisten ausschlaggebend dafür, wer nach dem Urnengang für die Rathaus-Roten in das Stadtparlament einzieht. Angeführt wird sie von Ludwig, gefolgt von den sechs Stadträtinnen und Stadträten Kathrin Gaal, Peter Hanke, Ulli Sima, Jürgen Czernohorszky und Peter Hacker. Dazwischen hat sich - dem Reißverschlussprinzip geschuldet - noch Wiens SPÖ-Frauenchefin Marina Hanke geschoben.

Dahinter folgen Landesparteisekretärin Barbara Novak, Landtagspräsident Ernst Woller, die Dritte Gemeinderatsvorsitzende Gabriele Mörk, Klubchef Josef Taucher, Frauensekretärin Nicole Berger-Krotsch und der Chef der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Christian Meidlinger.

Landesparteisekretärin Novak betonte, dass auch einige neue Namen an wählbarer Stelle zu finden seien - darunter auch die derzeitige stellvertretende Bezirksvorsteherin der Innenstadt, Mireille Ngosso. Die aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Ärztin war Mitorganisatorin der jüngsten Anti-Rassismus-Demo in Wien und wollte eigentlich in der City als Spitzenkandidatin ins Rennen gehen, wurde von der eigenen Basis allerdings verhindert. Nun kandidiert sie auf der Landesliste an 27. Stelle.

Auch die Vorsitzende der Jungen Generation Wien, Katharina Weninger, hat mit Platz 16 ein mehr oder weniger fixes Ticket für den Gemeinderat und Landtag. An 33. Stelle findet sich Benjamin Schulz, Wiener Jugend-Vorsitzender der roten Gewerkschafter FSG. Er soll sich künftig speziell um die Anliegen von Lehrlingen kümmern.

Derzeit hält die SPÖ 44 von 100 Mandaten im Gemeinderat bzw. Landtag. Die Mandate werden allerdings nicht nur mittels Landesliste, sondern auch über die Wahlkreislisten besetzt - wobei einige Personen auf beiden Listen an wählbarer Stelle stehen, andere wieder nur auf einer. Dieser Umstand macht eine Einschätzung, bis zu welcher Platzierung ein Einzug ins Stadtparlament so gut wie fix ist, eher schwierig.

Was den Wahlkampf anbelangt, werde dieser im September losgehen und "kurz und knackig" werden, versprach Novak. Aufgrund der Corona-Pandemie wird auf ein großes Auftaktevent ebenso verzichtet wie auch auf eine Abschlusskundgebung. "Wir werden neue Instrumente einsetzen, um unsere Botschaften und Argumentarien an die Bevölkerung zu bringen", nannte sie noch keine Details. Ludwig bezeichnete die Stimmung unter den Genossen jedenfalls als "eine sehr gute".

(S E R V I C E - Die ersten 70 Plätze der Landesliste der Wiener SPÖ sind unter https://www.spoe.wien/wahlen2020/landesliste/ abrufbar.)

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