APA - Austria Presse Agentur

Staatsanwalt in Ecuador erschossen

In Ecuador ist ein Staatsanwalt von Bewaffneten erschossen worden. Leonardo Palacios sei "nach einem Angriff gegen ihn" in der Stadt Durán nahe Guayaquil getötet worden, erklärte das Büro der Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag im Onlinedienst Twitter. Demnach wurde der Ankläger auf dem Rückweg von einem Mordprozess in seinem Auto erschossen.

Der Polizeichef von Durán, Jorge Hadathy, sagte Reportern, eine ebenfalls im Auto sitzende Sekretärin sei bei dem Angriff nicht verletzt worden. Palacios wurde am selben Tag getötet, an dem Oberstaatsanwältin Diana Salazar Todesdrohungen erhielt.

In einem über den Messaging-Dienst Whatsapp versendeten Video sind mindestens sechs Menschen mit Gewehren zu sehen, schwarz gekleidet, die Gesichter verdeckt. "Du hast bald Geburtstag, ich möchte deine Feier nicht kaputt machen, indem ich deine Tochter töte", ist die Stimme eines Mannes zu hören. Die Bewaffneten drohen dann, Salazar "zur Feier in die Hölle zu schicken". Salazar ist in Ecuador für die strafrechtliche Verfolgung von Ex-Präsident Rafael Correa wegen Korruption bekannt.

Ecuador hat sich zu einem zentralen Umschlagplatz für Drogenlieferungen nach Europa und in die USA entwickelt. Mit den Aktivitäten von Drogenbanden hat auch die Gewalt in dem südamerikanischen Land zugenommen. Die Mordrate stieg nach Angaben der Behörden von 2021 bis 2022 von 14 auf 25 Morde pro 100.000 Einwohner.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden 555 Morde allein in den Städten Guayaquil, Durán und Samborondón gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden zwei Staatsanwälte und ein Richter in Ecuador erschossen. Ecuadors Präsident Guillermo Lasso hat im Kampf gegen die Drogenbanden unter anderem in der Hafenstadt Guayaquil im April den Ausnahmezustand verhängt.