Stichwahl um die Präsidentschaft in Litauen gestartet

Stichwahl in Litauen: Ingrida Simonyte vs. Gitanas Nauseda
In Litauen hat Sonntag früh die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Rund 2,4 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, für die nächsten fünf Jahre das Staatsoberhaupt des baltischen EU- und NATO-Landes zu bestimmen. Im Duell um das höchste Staatsamt in dem Ostseestaat im Nordosten Europas treten der favorisierte Amtsinhaber Gitanas Nauseda und Regierungschefin Ingrida Simonyte gegeneinander an - wie schon bei der vorigen Präsidentenwahl.

Die Wahllokale schließen um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ). Mit aussagekräftigen Ergebnissen wird in der Nacht zum Montag gerechnet.

Nauseda hatte die erste Wahlrunde am 12. Mai klar gewonnen, ohne aber die nötige absolute Mehrheit zu erzielen. Der 60-jährige Ökonom steht seit 2019 an der Spitze des Baltenstaates, der an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie Russlands engen Verbündeten Belarus grenzt. Er hat sich als entschlossener Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine einen Namen gemacht.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs standen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen Auswirkungen auf die nationale Sicherheit sowie sozialpolitische Themen. In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben, aber auch weitergehende Kompetenzen in der Außen- und Verteidigungspolitik.

In Litauen findet am Sonntag die zweite Runde der Präsidentschaftswahl statt. In der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen hatte Amtsinhaber Gitanas Nauseda 44 Prozent der Stimmen geholt und die für einen direkten Sieg erforderliche absolute Mehrheit damit verpasst. In der Stichwahl tritt er nun gegen die zweitplatzierte Regierungschefin Ingrida Simonyte an, die 20 Prozent der Stimmen erhielt.

Simonyte war bereits 2019 in einer Stichwahl gegen Nauseda angetreten und damals unterlegen. Auch diesmal gilt Nauseda als klarer Favorit. Der 60-jährige Amtsinhaber gehört keiner Partei an, wird aber von den Sozialdemokraten unterstützt.

Die 49-jährige Simonyte regiert das EU- und NATO-Land im Baltikum seit 2020 als Ministerpräsidentin einer Mitte-Rechts-Koalition. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs waren Sicherheit und Verteidigung die wichtigsten Wahlkampfthemen.

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