APA - Austria Presse Agentur

Streiks und Proteste gegen Pensionsreform in Frankreich

In Frankreich sind am Donnerstag erneut Tausende Menschen gegen die Pensionspläne der Regierung auf die Straße gegangen. Landesweit legten rund 30 Prozent der Lokführer die Arbeit nieder, wie die Staatsbahn SNCF mitteilte. Im Süden von Paris versammelten sich zu Mittag Demonstranten zu einem Protestmarsch. Auch in anderen Städten wie Toulouse, Amiens oder Rouen protestierten Gegner der Reform.

"Noch nie gab es so viele Franzosen (...), die diese Bewegung ... befürworten und unterstützen und die Reform für ungerecht und unverständlich halten", sagte Philippe Martinez, Chef der Hardliner-Gewerkschaft CGT, die eine Rücknahme der Reform fordert. Es sei nie zu spät, die Regierung zum Einlenken zu bewegen. Die CGT und andere Gewerkschaften hatten zu dem sechsten landesweiten Massenprotest aufgerufen.

Am Vormittag versammelten sich einige Demonstranten zu einer Aktion vor dem Wirtschaftsministerium in Paris. Sie warfen Hausschuhe (frz.: pantoufle) vor das Gebäude. Damit prangerten sie an, dass französische Beamte oftmals zu guten Konditionen in die Privatwirtschaft wechseln - das nennt sich umgangssprachlich im Französischen "Pantouflage". Auch Anwälte und Lehrerinnen legten wieder die Arbeit nieder.

Die Hafenblockaden gingen ebenfalls weiter. In Marseille war die Lage besonders angespannt. Vor den Hafentoren hätten sich lange Schlangen gebildet, berichtete die Zeitung "Corse Matin". Zahlreiche Fährverbindungen nach Korsika und Algerien sind seit Tagen massiv gestört. Güter können außerdem nicht von den Frachtschiffen geladen werden. In Paris hatte sich die Lage im öffentlichen Nahverkehr in den letzten Tagen wieder entspannt - auch am Donnerstag fuhren viele Züge fast den ganzen Tag.

Die Proteste gegen die Pensionsreform hatten Anfang Dezember in Frankreich begonnen. Nachdem die Regierung beim Pensionseintrittsalter nachgegeben hat, bröckelt die Einheitsfront der Gewerkschaften allerdings.

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