APA - Austria Presse Agentur

Tausende bei Wahlkampfauftritt von Oppositioneller in Minsk

Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Belarus sind bei Wahlkampfauftritten der Opposition Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Bis zu 7.000 Menschen sollen sich an einem zentralen Park in der Hauptstadt Minsk versammelt haben, teilte die Menschenrechtsorganisation Wesna lokalen Medien zufolge am Sonntag mit.

Es war die erste derartige Aktion der Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja, die am 9. August den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko herausfordern will. Auf die 37-jährige Ehefrau des prominenten inhaftierten Bloggers Sergej Tichanowski richten sich die Hoffnungen der Lukaschenko-Gegner.

Lukaschenko, der als "letzter Diktator" Europas gilt, will sich für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Er regiert die Ex-Sowjetrepublik seit mehr als 25 Jahren mit harter Hand. Im Vorfeld der Wahl verweigerte die Wahlkommission dem populären Viktor Babariko die Kandidatur. Der frühere Bankchef sitzt wegen angeblicher Wirtschaftsstraftaten in U-Haft. Auch der ehemalige Diplomat Waleri Zepkalo wurde nicht zugelassen. Neben Tichanowskaja wurden nur drei weitere Politiker und Lukaschenko als Kandidaten registriert.

Um ihre Chancen bei der Wahl zu verbessern, schloss sich die politisch unerfahrene Tichanowskaja mit den Wahlstäben von Babariko und Zepkalo zusammen. "Die beiden wurden aus Furcht ausgeschlossen, weil sie eine Bedrohung für die Macht sein könnten", sagte Tichanowskaja bei der Veranstaltung. "Das Volk hat es aber satt, in Demütigung und Angst zu leben." Die Menschen skandierten "Freiheit für Belarus" und schwenkten Landesfahnen.

In den vergangenen Tagen waren bei Aktionen Hunderte Menschen festgenommen worden, die friedlich gegen das Vorgehen der Behörden demonstrierten. Die EU-Kommission kritisiert das Vorgehen scharf und forderte die Freilassung der Festgenommenen.

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