APA - Austria Presse Agentur

"The Art of Banksy": Graffiti zwischen Wiener Goldprunk

Eine nach hehren Kriterien kuratierte Banksy-Ausstellung dürfen sich Kunstfreunde von "The Art of Banksy" in Wien nicht erwarten.

Die Schau ist mehr Show und reiht sich dabei ein in die Reihe der mittlerweile weltweit reüssierenden Multimediaschauen zu malerischen Großfürsten wie Van Gogh oder Klimt. Allzu multimedial geht es ab Donnerstag allerdings nicht zu in den Sofiensälen. Stattdessen finden sich rund 100 Reproduktionen von Arbeiten des stets anonym bleibenden Graffitikünstlers in den goldprangenden Hallen der Sofiensäle - von Drucken über nachgemalte Werke. "Wir zeigen auch ein paar Originale", eilte sich Sorina Burlacu am Mittwoch vor Journalisten zu betonen. Ihre rumänische Event Company steht gemeinsam mit der Istanbuler Entertainment Group hinter der Schau. Konkret finden sich derzeit fünf Arbeiten mit entsprechendem Zertifikat in den Sofiensälen, kommende Woche sollen drei weitere Originale aus der Galerie Gerald Hartinger hinzukommen.

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Primär dient "The Art of Banksy" aber nicht dazu, in der Aura etwaiger Originale zu schwelgen, sondern, sich einen Überblick über das Oeuvre des Künstlers mit seinen meist politischen Aktionen zu verschaffen. Natürlich spielt das "Girl With Balloon" eine Rolle, das 2018 dadurch Aufmerksamkeit erregte, dass es sich selbst nach der Auktion schredderte, bei der es über eine Mio. Euro erzielt hatte.

Ansonsten sind die Projekte des aus Großbritannien stammenden Grafittikünstlers, der seine Werke im öffentlichen Raum von Bristol bis Barcelona, von Sydney bis San Francisco platziert, thematisch lose gruppiert. Seine visuelle Begleitung und Kommentierung der weltweiten Erhebungen stehen da vor seiner dezidiert ironischen Kritik des britischen Klassensystems und der Anprangerung unseres Umgangs mit Tieren.

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"Von meiner Seite gibt es pure Bewunderung", unterstrich Kurator Guillermo Quintana, der unter anderem auch schon für die Vorgängerevents in Budapest oder Berlin verantwortlich zeichnete. Allerdings sei jede Schau neu. "In Wien haben wir zum Beispiel erstmals drei Installationen", so Quintana. So findet der Besucher oder die Besucherin nicht nur einen Nachbau des Banksy-Studios zwischen den Stellwänden, sondern auch eine Kopie jenes Badezimmers samt Banksy-Ratten, welches der Künstler während des Corona-Lockdowns auf seinem Instagram-Account veröffentlichte.

Klar ist: Musealen Anspruch hat "The Art of Banksy" nicht. Den Vorwurf, dass das Tourevent nicht in Absprache oder gar unter Billigung von Banksy stattfindet, lässt Kurator Quintana zugleich nicht gelten. "Copyright is for Losers", zitiert er Banksy selbst. Und dass das Projekt vom Künstler nicht autorisiert wurde, weist man bereits auf den Werbestellern aus.

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Beim Phänomen Banksy sei die Sache einfach komplizierter als bei den meisten anderen Künstlern, so Quintana. Ob der ostentativ aufrecht erhaltenen Anonymität könne man ihn ja auch schlecht um Erlaubnis fragen. Außerdem sei Banksy selbst längst nicht mehr Undergroundkämpfer. "Er ist kein Street-Art-Künstler mehr", so Quintana: "Was ist nicht kommerziell an Banksy?"

Klar ist, dass Banksy selbst nur selten zu einer seiner Ausstellungen lädt. Am bekanntesten ist wohl sein "Dismaland" vor fünf Jahren, als er in Weston-super-Mare einen heruntergekommenen Freizeitpark ironisch für die Besucher öffnete. Und die Erklärung, warum er nicht rechtlich gegen nicht autorisierte Schauen mit seinen Arbeiten vorgeht, lieferte Banksy selbst wie gewohnt via Instagram: Er sei wohl nicht gerade die geeignete Person, sich über Menschen zu beschweren, die Bilder ohne Erlaubnis zeigen würden.

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