APA - Austria Presse Agentur

Theatermuseum bietet Hofmannsthal eine Bühne

Er gehört zwar zur illustren Riege der heurigen Jahresjubilare, dennoch steht der 150. Geburtstag des Autors Hugo von Hofmannsthal am 1. Februar ein wenig im Schatten anderer Prominenter. Dagegen an arbeitet man im Wiener Theatermuseum, wo man das 1929 verstorbene Geburtstagskind mit der Ausstellung "Staging Hofmannsthal" vor den Vorhang holt.

In der Schau werden Besucher durch die Idee verschiedener Hofmannsthal-Räume geführt, wobei sich das Gebotene in einen Prolog und drei Akte gliedert. Zentrale Ankerpunkte sind dabei die "Elektra" und "Der Rosenkavalier" sowie dessen Verfilmung durch Robert Wiene 1926 - also jene epochalen Werke, die Hofmannsthal als Librettist mit Richard Strauss gemeinsam verantwortete. Vom heute nur mehr unvollständig erhaltenen "Rosenkavalier"-Film sind etwa Ausschnitte zu sehen.

Der Prolog hingegen ist dem privaten Raum gewidmet, der kleinen Zweitwohnung des Künstlers in der Inneren Stadt, konkret der Stallburggasse, die er vom Architekten Oskar Strnad gestalten ließ. Das nur 50 Quadratmeter große Appartement steht im Kontrast zu den monumentalen Bühnenentwürfen, die zu Hofmannsthals Arbeiten von Künstlern wie Alfred Roller oder Max Reinhardt entworfen werden.

Vor allem Rollers Entwürfe für Kostüme, Räumlichkeiten oder Filmkulissen sind in der kleinen Schau omnipräsent. Zugleich war der einstige Mitbegründer der Salzburger Festspiele ein Schriftsteller, der selbst die Inszenierung seiner Texte mitdachte, wie Kuratorin Katja Kaluga bei der Präsentation der Ausstellung unterstrich: "Ich kenne nur wenige Autoren, die ihren Schriften gleich Bühnenskizzen beiliegen."

Abgesehen von der neuen Ausstellung stehen dem Theatermuseum demnächst große Veränderungen bevor, wird man doch die nebenliegenden, bis dato noch vom Kulturverlag Wolfrum in Beschlag genommene Räumlichkeiten übernehmen können. So soll es einen zweiten Eingang von der Augustinerstraße her geben, mit dem der Innenhof des Palais erschlossen wird.

Rund 350 Quadratmeter gewinne man so hinzu, unterstrich der interimistische Theatermuseumsdirektor Franz Pichorner gegenüber der APA. Dabei gehe es nicht um zusätzliche Ausstellungsfläche, sondern etwa Bereiche für Gastronomie. "Das ist ein riesiges Potenzial für dieses Haus", freute sich Pichorner, der von einem Beginn der Bauarbeiten 2025 und einer Fertigstellung 2026 ausgeht.

(S E R V I C E - "Staging Hofmannsthal" im Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien von 31. Jänner bis 19. August. Dazu erschienen "Staging Hofmannsthal. Hofmannsthal inszenieren" (hrsg. von Christiane Mühlegger-Henhapel und Katja Kaluga, 96 Seiten, 14,95 Euro. www.theatermuseum.at)