Tiroler "Steudltenn" bringt Harald Schmidt und Elvis

Harald Schmidt kommt auch 2024 zum Festival "Steudltenn"ins Zillertal
Das Tiroler Theaterfestival "Steudltenn", das vom 3. April bis 13. Juli unter dem Motto "Identität" stattfindet, bringt heuer bereits zum dritten Mal die deutsche Late-Night-Show-Legende Harald Schmidt ins Zillertal. Dieser wird in einem Gespräch mit dem künstlerischen Leiter des Festivals, Hakon Hirzenberger, assoziativ Themen abhandeln. Abseits der TV-Ikone bildet etwa eine Wiederaufnahme eines Theaterstücks über Elvis Presley ein weiteres Highlight des Aufführungsreigens.

Das Motto komme "immer erst nachträglich, wenn das Programm steht", betonte Hirzenberger bei einer Pressekonferenz in Uderns am Donnerstag. Es passe aber auch einfach sehr gut in die Gegenwart: "Wir sind heutzutage immer auf der Suche nach uns selbst und vergessen zum Teil vor lauter 'Ich' auf das 'Wir'", erklärte er. Von einem ganz besonderen "Wir" handelt beispielsweise "Das letzte Mal" von Emmanuel Robert-Espalieu, bei dem sich die Schauspieler Nina Hartmann und Martin Leutgeb in ihren Rollen als Eheleute "gegenseitig vergiften", gab Hirzenberger Einblicke in die Handlung.

Weniger belastet und vergiftet ist offenkundig das Verhältnis zwischen Harald Schmidt und Hirzenberger. Abermals - wie in den beiden Vorjahren - werden sie auf der Bühne der "Tenn" ins Gespräch kommen und über Gott und die Welt plaudern. Das wird wohl auch noch länger so sein: "Harald Schmidt hat mir zugesagt, dass er so lange jedes Jahr kommt, wie er noch gehen kann und ihn das Publikum noch sehen will." 2024 werde es jedenfalls "abermals ein lustiger Abend", in der im Duo-Setting "die Dinge der Welt befragt werden".

Eine ganz eigene Welt lässt sich neuerlich bei "Elvis - Ein Traum von Graceland" erkunden, nämlich die Welt des "King". Das Stück, aus der Feder von Hirzenberger und Rupert Henning stammend, lässt Elvis in einer Art Fiebertraum durch seine letzten Tage straucheln. Die Wiederaufnahme sei auch "dem großen Erfolg" geschuldet, ließ der künstlerische Leiter wissen.

Hirzenberger hat aber in der kommenden Spielsaison auch ein nigelnagelneues Stück parat, nämlich die "Würsteloper". Denn am Würstelstand spielten sich schlicht "die besten Geschichten ab". In seinem Stück sei "die Welt ein Würstelstand, der zum Ausverkauf steht", fand er Parallelen von Welt und Würstelstand.

Dem Thema "Identität" lässt sich auch bei weiteren Stücken und Events des Festivals nachgehen. Stefano Bernardin geht etwa mit einer One-Man-Show rund um den Hamlet-Stoff von William Shakespeare an den Start, beim Stück "Mander ́s isch Zeit!" von Felix Mitterer werden in einer gespielten Lesung die Figuren der Piefke-Saga abgegrast und in ein Verhältnis mit dem eigenen Leben und Dasein gesetzt. Auch etwa Manuel Rubey und Christoph Grissemann beehren das Zillertal, und zwar in "Kunst" von Yazmina Reza.

Über alldem schwebt aber neben dem Thema Identität auch das Thema "Grün". "Auch in diesem Jahr sind wir wieder ein ́Green Event Tirol Star ́, betonte Bernadette Abendstein, die für die Gesamtorganisation des Festivals verantwortlich ist. Zudem habe man die Programm-Folder heuer auf "100 Prozent Bio-Papier gedruckt."

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