APA - Austria Presse Agentur

Tote nach Armee-Einsätzen im Westjordanland

Im Westjordanland sind bei Einsätzen der israelischen Armee am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah vier Menschen getötet worden. In Jenin kam es palästinensischen Medienberichten zu Zusammenstößen militanter Palästinenser mit dem Militär während eines nächtlichen Einsatzes in der Stadt. Bei einer Messerattacke in der Nähe von Betlehem ebenfalls im Westjordanland wurden am Mittwoch in der Früh zwei israelische Sicherheitskräfte verletzt.

Zwei Männer seien bei den Zusammenstößen in Jenin getötet worden, hieß es. Israels Armee sprach von einer Anti-Terror-Maßnahme, bei der Soldaten einen gesuchten Verdächtigen festgenommen hätten. Die Einsatzkräfte entdeckten und demontierten dabei den Angaben nach auch Sprengsätze. Soldaten hätten bei dem Einsatz auf bewaffnete Verdächtige geschossen und dabei Personen getroffen.

Palästinensischen Medienberichten zufolge wurden am Mittwoch außerdem zwei weitere Palästinenser im Alter von 16 und 23 Jahren getötet, als israelische Einsatzkräfte das Feuer auf ihr Auto nordwestlich von Jerusalem eröffnet hätten. Drei weitere Menschen wurden den Angaben nach verletzt. Der Hintergrund des Vorfalls war zunächst unklar. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, die Berichte zu prüfen. Palästinensischen Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall in der Nähe einer Straße im Westjordanland, die zu einer nahe gelegenen israelischen Siedlung führt.

Bei der Messerattack nahe Bethlehem hätten Einsatzkräfte auf den 15 Jahre alten mutmaßlichen Täter geschossen, teilte die israelische Polizei mit. Er sei später für tot erklärt worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden ein junger Mann und eine junge Frau mit Stichwunden am Oberkörper in ein Krankenhaus gebracht. Der Angriff ereignete sich Polizeiangaben zufolge an einem Checkpoint südlich von Jerusalem. Israelischen Medien zufolge soll der mutmaßliche Täter in einem palästinensischen Dorf in der Nähe des Checkpoints gelebt haben.

Erst vor einer Woche hatte ein 14-Jähriger aus dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems in einer israelischen Siedlung einen Mann mit einem Messer angegriffen und verletzt. Der Bursch wurde festgenommen. Einen Tag zuvor hatte zudem ein 16-jähriger Palästinenser an einer Straßenkreuzung im Westjordanland einen israelischen Soldaten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Israelische Soldaten in der Nähe erschossen den Jugendlichen.

Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober vergangenen Jahres hat sich die Lage im gesamten Westjordanland deutlich zugespitzt. Vor allem in den Städten Jenin und Nablus, die von der palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet werden und als Hochburgen von Terrorgruppen gelten, führt Israels Militär regelmäßig Razzien durch. 413 Palästinenser wurden seit dem 7. Oktober nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Westjordanland bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen getötet. Es kam zugleich auch verstärkt zu Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser. Israel rechnet im muslimischen Fastenmonat Ramadan, der in den Palästinensergebieten am Montag begonnen hat, im Westjordanland und rund um die heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem mit erhöhten Spannungen.