Verletzte und Tote nach Luftangriffen in Ostukraine

Angriffe auf die Stadt Selydowe
Bei russischen Luftangriffen im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben in der Nacht auf Mittwoch drei Menschen getötet worden, darunter ein Kind.

13 Menschen seien verletzt worden, als die Stadt Selydowe in der Oblast Donezk beschossen worden sei, erklärte die dortige Stadtverwaltung auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram. Ein Krankenhaus und mehrere Wohnungen eines fünfstöckigen Wohngebäudes seien beschädigt worden.

Der Gouverneur von Donezk, Wadym Filaschkin, teilte auf Telegram mit, 100 Patientinnen und Patienten seien in anderen Krankenhäusern in nahe gelegenen Ortschaften in Sicherheit gebracht worden. Unter den Verletzten seien auch Kinder. Selydowe hatte vor Kriegsbeginn etwa 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist nach ukrainischen Angaben in den vergangenen Wochen unter verstärkten russischen Beschuss geraten. Die Oblast Donezk steht zu 57 Prozent unter russischer Besatzung. Sie war bereits 2014 Kampfgebiet, als die pro-russischen Separatisten die gleichnamige Regionalhauptstadt und andere größere Städte unter ihre Kontrolle brachten.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete indes über den Abschuss von neun aus der Ukraine gestarteten Drohnen über den russischen Regionen Belgorod und Woronesch und über dem Schwarzen Meer. Die Agentur beruft sich auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Zwei der Drohnen seien über russischem Gebiet abgeschossen worden, sechs Drohnen über dem Schwarzen Meer. Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte in den sozialen Medien mit, eine Frau sei mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Sowohl Russland als auch die Ukraine bestreiten, bei ihren Angriffen auf das Gebiet des jeweils anderen Landes Zivilisten ins Visier zu nehmen. Beide Seiten geben an, dass ihre Luftangriffe, die oft abseits der Frontlinie stattfinden, das Ziel haben, kritische Energie-, Militär- und Verkehrsinfrastruktur zu zerstören.

Unterdessen sind aus dem Süden der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim in der Nacht auf Mittwoch mögliche Explosionen gemeldet worden. Das ukrainische Medium "Ukrajinska Prawda" berichtete am Vormittag unter Berufung auf eine anonyme Quelle beim Militärgeheimdienst HUR, die russische Schwarzmeerflotte sei mit Drohnen angegriffen worden. Dabei sei das russische Landungsschiff "Caesar Kunikow" so schwer beschädigt worden, dass es gesunken sei. Unabhängig ließ sich das nicht überprüfen. Eine offizielle Mitteilung gab es von ukrainischer Seite zunächst nicht.

Das russische Verteidigungsministerium sprach lediglich von sechs ukrainischen Drohnen, die in der Nacht angeblich erfolgreich über dem Schwarzen Meer abgeschossen worden seien.

Die Ukraine verteidigt sich seit fast zwei Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Das ukrainische Militär hat dabei mehrfach bereits russische Kriegsschiffe mit Raketen und Seedrohnen versenkt oder zumindest schwer beschädigt. Die russische Schwarzmeerflotte konnte damit mittlerweile weitgehend aus dem Westteil des Schwarzen Meeres verdrängt werden.

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