APA - Austria Presse Agentur

Tote und Verletzte bei Luftangriff im Sudan

Bei einem Luftangriff der sudanesischen Armee in Nyala, der Hauptstadt von Süd-Darfur im Südwesten des Landes, sind sudanesischen Medienberichten zufolge knapp 120 Menschen getötet oder verletzt worden. Diese Zahlen nannte die "Sudan Tribune" am Samstag unter Berufung auf eine örtliche Menschenrechtsorganisation. Genauere Angaben zu den Opfern lagen zunächst nicht vor. Tausende Menschen seien nach dem Luftangriff am Freitag geflohen.

Eine Stellungnahme der Sudanesischen Streitkräfte gab es nicht. Seit Oktober kontrolliert die sudanesische Miliz Rapid Support Forces (RSF) die Stadt Nyala. Im Sudan dauert seit Mitte April ein blutiger Machtkampf zwischen de-facto Staatschef Abdel Fattah al-Burhan und dessen früheren Stellvertreter und Führer der RSF, Mohamed Hamdan Daglo, an. Vor allem die Region Darfur, in der die Miliz mittlerweile vier der fünf Bundesstaaten kontrolliert, und die Umgebung der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind von dem Konflikt schwer getroffen.

Insbesondere der RSF werden Plünderungen, Massentötungen, Vergewaltigungen und ethnische Säuberung vorgeworfen. Doch auch die Regierungstruppen werden von Menschenrechtsorganisationen beschuldigt, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Nach UNO-Angaben sind in dem 45 Millionen Einwohner zählenden Staat fast sieben Millionen Menschen auf der Flucht. Damit sei der Sudan das Land mit der weltweit höchsten Zahl von Flüchtlingen - wie auch der höchsten Zahl geflüchteter Kinder.