APA - Austria Presse Agentur

Turm von Notre-Dame soll bis zum Sommer sichtbar sein

Die bei einem Großbrand beschädigte Pariser Kathedrale Notre-Dame soll bis zu den Olympischen Sommerspielen wieder ihren Dachreiter haben. Der knapp 100 Meter hohe Vierungsturm, der 2019 brennend vom Dach gestürzt war, wurde originalgetreu wieder aufgebaut. "Der Abbau des Baugerüstes hat begonnen, der Dachreiter wird bis zu den Olympischen Spielen wieder in den Himmel von Paris ragen", teilte die für den Wiederaufbau zuständige Behörde am Dienstag mit.

Der Turm wurde wie das aus dem 19. Jahrhundert stammende Original aus Eichenbalken aufgebaut und mit einer Bleischicht versehen. Die schlanke Spitze ist bereits wieder zu sehen. Ende vergangenen Jahres war der Turm mit einem Metallkreuz und einem metallenen Hahn verziert worden. Die Pariser Kathedrale, die als Meisterwerk der Frühgotik gilt, soll am 8. Dezember wiedereröffnet werden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach dem Brand versprochen, die Kirche innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen zu lassen - was er mit Blick auf die Jahreszahl wohl erreichen wird. Der Jahrestag des Brandes ist allerdings der 15. April. Macron sieht in der Restaurierung der Kathedrale nicht zuletzt ein Symbol für die Strahlkraft Frankreichs.

Das Kircheninnere ist nun wesentlich heller und farbiger als zuvor, da die Wände, Kapellen und Glasfenster aufwendig gereinigt und restauriert wurden. Auf Wunsch des Pariser Erzbischofs Laurent Ulrich sollen einige Kapellen mit zeitgenössischen Glasfenstern ausgestattet werden. Da sich die Kathedrale wie alle vor 1905 gebauten Kirchen im französischen Staatsbesitz befindet, hatte die katholische Kirche bei der Restaurierung kaum mitzureden.

Auf dem Gelände eines historischen Krankenhauses soll künftig ein Museum zur Geschichte der Kathedrale eingerichtet werden. Dies soll auch helfen, die Besucherströme zu bewältigen. Vor dem Brand besuchten im Schnitt zwölf Millionen Menschen pro Jahr die Kathedrale.