"tuten & blasen": vorarlberg museum widmet sich der Blasmusik

"tuten & blasen": vorarlberg museum widmet sich der Blasmusik
Die Sonderausstellung wird am Freitag eröffnet und geht von anekdotischen Zugängen bis zum geschichtlichen Abriss.

Die Blasmusik als volkskulturelles Phänomen steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung "tuten & blasen" im vorarlberg museum. Die Ausstellung, die am Freitag eröffnet wird, betrachte das Phänomen Blasmusik aus einer ethnologischen Perspektive und rücke die Menschen in den Mittelpunkt, teilte das Museum am Mittwoch mit.

Die Blasmusik ist aus der Vorarlberger Volkskultur nicht wegzudenken. Rund 6.000 Musikanten spielen in 129 Formationen. Während es - wie die Ausstellung erzählt - der Bludenzerin Helga Pedross als Kind noch in den 1960er-Jahren nicht erlaubt war, in die Männerdomäne Blasmusik vorzudringen, ist die Mehrheit der Blasmusikantinnen, zumindest unter 30, heute weiblich. Helga Pedross lernte übrigens mit 50 noch Tuba und wurde in die Stadtmusik Bludenz aufgenommen.

Die Ausstellung nähert sich der Blasmusik aus verschiedenen Blickwinkeln an, von anekdotischen Zugängen, bei denen auch Blasmusik-Kritiker zu Wort kommen, bis zu einem geschichtlichen Abriss. Die Vorläufer der Blasmusik werden bei fahrenden oder bei Hofe angestellten Spielleuten im Mittelalter vermutet. Das städtische Pendant dazu waren "Ratsmusiken", die im Bodenseeraum seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesen sind. Im 19. Jahrhundert emanzipierte sich das Bürgertum, Bläser schlossen sich zu Gruppen zusammen. Die Vereinsbezeichnungen "Bürgermusik" und "Musikverein" verweisen darauf, dass Musik nun für alle zugänglich war.

Vorarlbergs älteste Kapelle ist der Musikverein Hörbranz, der auf die im Jahr 1779 gegründete Feldmusik Hörbranz zurückgehen soll - ein Beispiel für die enge Verbindung zwischen Schützenwesen und Blasmusik. Bis 1850 gab es etwa 20 Kapellen in Vorarlberg, zwischen 1850 und 1900 gab es mehr als 40 Vereinsgründungen. Am 23. März 1924 wurde in Dornbirn der Vorarlberger Harmoniebund, der heutige Vorarlberger Blasmusikverband, gegründet. Nach der Auflösung durch die Nationalsozialisten wurde der Verein 1948 reaktiviert. Sieben Jahre später gehörten ihm bereits 100 Vereine an.

Wie sehr sich das Blasmusik-Repertoire in den letzten 100 Jahren verändert hat, wird in der Ausstellung durch eine Musikcollage in einem zylinderförmigen Raum veranschaulicht. Ein Überblick über all die Orte, an denen die Blasmusik heute präsent ist, endet in einem angedeuteten Festzelt. Immerhin ist das gesellige Beisammensein ein nicht unwesentlicher Teil des Vereinslebens.

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