Indien: Akupunktur für Luxus-Haustiere

AFP

Überlastete Kliniken: Corona-Lage in Indien spitzt sich zu

In Indien mit seinen rund 1,35 Milliarden EinwohnerInnen spitzt sich die Corona-Lage zu.

Dabei dürfte die Dunkelziffer laut Experten noch deutlich höher liegen. Viele Kliniken berichteten über zu wenig Patientenbetten und Engpässen bei der Sauerstoff-Versorgung. "Die Situation ist schrecklich", hieß es etwa in einer Klinik in Nagpur.

Laut MedizinerInnen in den Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat sowie der Region Delhi kommt es teils zu chaotischen Szenen, weil es keinen Platz mehr für neue PatientInnen gebe. Nach Angaben der Regierung läuft die Produktion von medizinischem Sauerstoff seit Tagen auf Hochtouren und sei auch noch ausgeweitet worden. Gegenwärtig sei das für die Versorgung ausreichend.

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Erneut Lockdowns in Indien

Das Gesundheitsministerium hatte zuvor 200.739 Neuinfektionen gemeldet – das siebente Rekordhoch binnen acht Tagen. Besonders betroffen ist der wirtschaftlich wichtige Bundesstaat Maharashtra mit seiner Metropole Mumbai, aus der ein Viertel der neuen Fälle kommt. Maharashtra ging am Donnerstag in einen Lockdown. In fast allen Fabriken soll die Arbeit ruhen. Schon seit vergangener Woche sind hier Restaurants, Bars, Theater und nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen.

Nachweislich haben sich nach Angaben der Behörden inzwischen mehr als 14,1 Millionen Menschen in Indien mit dem Virus angesteckt, die zweithöchste (absolute) Zahl weltweit nach den USA mit rund 31,4 Millionen.

Und die Sorge vor einem nochmaligen drastischen Anstieg ist groß: seit Mittwoch haben nach Angaben der Polizei rund 650.000 Menschen im Fluss Ganges im Rahmen eines religiösen Festes in der Stadt Haridwar im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand gebadet. Die Regierung zog MitarbeiterInnen ab, die TeilnehmerInnen auf Corona testen sollten. Man habe damit eine Art Massenpanik verhindern wollen, sagte ein Mitarbeiter des medizinischen Personals.

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Ein Beamter des Bundesstaats erklärte, es sei klar, dass sich das Virus von der vollgestopften Stadt aus sprunghaft verbreiten werde. Die Regierung hatte des Fest nicht verboten, offenbar aus Sorge vor dem Druck religiöser Anführer in der von Hindus dominierten Region. Indiens Regierung hatte zuletzt erklärt, sich mit beschleunigten Notfallzulassungen für ausländische Impfstoffe gegen die zweite Corona-Welle stemmen zu wollen.