APA - Austria Presse Agentur

Überlebende auf Rettungsschiff berichten von zig Toten

Geflüchtete, die von dem NGO-Schiff "Ocean Viking" im zentralen Mittelmeer gerettet wurden, nachdem sie mehrere Tage auf See trieben, berichten, dass "mindestens 60 Menschen" während der Überfahrt gestorben sind. Das teilte die Hilfsorganisation SOS Mediterranee, Betreiberin des Rettungsschiffes, am Donnerstag auf X mit. Die 25 Überlebenden waren am Mittwoch von dem Rettungsschiff aufgenommen worden. Sie berichteten der Crew, dass sie von Libyen aus in See gestochen seien.

"Der Motor ist nach drei Tagen ausgefallen, sodass das Boot ohne Wasser und Nahrung trieb", so SOS Mediterranee. Nach sieben Tagen auf See wurde die Gruppe gerettet. "Die Überlebenden sagen, dass mindestens 60 Menschen während der Reise gestorben sind, darunter Frauen und mindestens ein Kind", hieß es weiter. Zwei der 25 Personen mussten in der Nacht auf Donnerstag von der italienischen Küstenwache medizinisch versorgt werden, nachdem sie das Bewusstsein verloren hatten. Sie wurden in ein Krankenhaus auf Sizilien gebracht.

Die "Ocean Viking" rettete indes bei zwei separaten Einsätzen weitere Menschen, sodass sich 224 Personen an Bord des Schiffes befinden. Die italienischen Behörden wiesen dem Rettungsschiff den norditalienischen Adria-Hafen Ancona zum Anlegen zu. SOS Mediterranee beklagte, dass das Schiff sich dazu auf eine 1.450 Kilometer lange Reise begeben müsse.

Über 300 Migranten kamen am Donnerstag bei vier verschiedenen Ankünften auf Lampedusa an. Die Neuankömmlinge wurden alle in das Aufnahmezentrum im Hotspot der Insel gebracht, in dem derzeit 324 Personen untergebracht sind.

Italien ist neben Griechenland eines der Hauptankunftsländer für Migranten, die von Afrika über das Mittelmeer nach Europa kommen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) handelt es sich um die gefährlichste Migrationsroute der Welt. Allein im vergangenen Jahr seien etwa 2.700 Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben gekommen. Die italienische Regierung unter der rechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will die Migration laut Plan so stark wie womöglich bekämpfen.