APA - Austria Presse Agentur

Umfrage: Viele italienische Kleinbetriebe bleiben zu

60 Prozent der Betriebe in Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus könnten am kommenden Montag in Italien nicht öffnen. Für viele Kleinunternehmer seien die Vorsichtsmaßnahmen zu streng. "Unter diesen antiwirtschaftlichen Bedingungen könnten viele Kleinunternehmen nicht starten", geht aus einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SWG hervor.

27 Prozent der Kleinunternehmen hätten bereits beschlossen, nicht zu öffnen, während elf Prozent über den Neustart noch nachdenken. "Viele Unternehmer beklagen die strengen Vorsichtsmaßnahmen, sie befürchten die zusätzlichen Kosten und Konsequenzen im Fall von Erkrankung der Mitarbeiter", ergab die Umfrage.

Vor den am Montag geplanten weiteren Lockerungen im Kleinhandel, Tourismus und Gastronomie verhandelten die Regierung Conte und die Regionen über die Sicherheitsprotokolle. Auf die Einwände der Präsidenten einiger Regionen, die Sicherheitsprotokolle seien zu streng, räumte die Regierung ein, dass eine gewisse Flexibilität bei deren Umsetzung zugelassen werde. Besonders kritisiert wird die Regel, dass Bars und Restaurants über eine Fläche von vier Quadratmetern pro Kunde verfügen müssen, was von den Regionen als übertrieben bewertet wird. Die Gefahr sei, dass 70 Prozent der Lokale schließen müssten.

Am Freitag kam es in Mailand zu einer Demonstration von Restaurantinhabern, die mit einer endgültigen Schließung drohen, da die Vorsichtsvorkehrungen zu strikt und zu kostspielig seien. Vor dem Palazzo Pirelli, dem Sitz der Region Lombardei, demonstrierten auch Straßenhändler, die wegen der Schließung vieler Märkte ihre Waren seit Monaten nicht mehr verkaufen können.

Die Regierung beschäftigt sich indes mit der heiklen Frage einer größeren Bewegungsfreiheit. Die Italiener sollen ab dem 3. Juni wieder im Rahmen ihrer nationalen Grenzen frei reisen dürfen, geht aus Plänen der Regierung hervor. Die Regionen Lombardei, Emilia Romagna und Venetien drängen jedoch auf eine Vorverlegung der Reisefreiheit bereits ab diesem Montag. Damit soll auch der erlahmte Tourismus wieder in Schwung gebracht werden.

Ab dem 3. Juni sollen EU-Bürger frei nach Italien einreisen können, ohne sich einer zweiwöchigen Anti-Covid-19-Quarantäne unterziehen zu müssen. Damit will Italien wieder den Neustart des Tourismus fördern. Die Maßnahme wird derzeit noch in Rom diskutiert.

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