UN-Ernährungsprogramm warnt vor Hungersnot in Gaza

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Das Welternährungsprogramm (WFP) hat angesichts des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas vor einer schweren Hungersnot im Gazastreifen gewarnt.

"Wenn sich nichts ändert, steht eine Hungersnot im nördlichen Gazastreifen unmittelbar bevor", sagte Carl Skau, stellvertretender Exekutivdirektor des WFP, am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat. Das WFP müsse "weiter auf der Höhe seiner Verantwortung" sein, um dies zu verhindern.

Für das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) warnte Vertreter Ramesh Rajasingham im Namen von dessen Leiter Martin Griffiths, eine "allgemeine Hungersnot" sei "fast unvermeidlich", sollte sich an der Lage nichts ändern.

46 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen zerstört

Laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO waren Mitte Februar rund 46 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Gazastreifen zerstört, zudem seien rund 70 Prozent der Kühe und etwa 50 Prozent der Schafe und Ziegen getötet worden. Rund 97 Prozent des Grundwassers sei infolge des Krieges nicht mehr für den menschlichen Gebrauch nutzbar.

Das Ocha hatte zudem am Montag beklagt, dass israelische Streitkräfte nach Darstellung der UN-Organisation durch die Blockade des Zugangs zum Gazastreifen die Auslieferung von Hilfsgütern erschwerten.

Laut Israel 1.160 Menschen getötet

Der Krieg im Gazastreifen war durch den Großangriff der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden. Islamistische Kämpfer:innen verübten dabei Gräueltaten überwiegend an Zivilist:innen, israelischen Angaben zufolge wurden etwa 1.160 Menschen getötet und rund 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor, erklärtes Ziel ist die Vernichtung der Hamas. Nach jüngsten Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden in dem Palästinensergebiet seitdem mehr als 29.800 Menschen getötet.

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