UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge befürchtet Unruhen

Palästinenser sind mit Plan von US-Präsident Trump nicht einverstanden
Nach Bekanntgabe des umstrittenen US-Nahostplans befürchtet das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) neue Unruhen. Viele Palästinenser stünden unter Schock, sagte der amtierende Leiter des Programms, Christian Saunders, am Freitag in Genf.

"Was passiert, wenn sie aus der Schockstarre kommen, kann ich nicht sagen, aber wir haben natürlich große Sorge, dass das zu einer Eskalation der Zusammenstöße und Gewalt führt."

Trump hatte am Dienstag einen Plan zur Lösung des Nahost-Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern vorgestellt. Darin wird den Palästinensern ein eigener Staat nur unter harten Auflagen in Aussicht gestellt. Die Palästinenser lehnten den Vorstoß Trumps umgehend ab.

Das Hilfswerk versorgt 5,6 Millionen palästinensische Flüchtlinge in den von Israel besetzten Gebieten sowie in Jordanien, Libanon. Es ist seit dem Ausstieg der USA 2018, die bis dahin der größte Geber waren, in Geldnöten. "Wir haben noch Mittel bis April", sagte Saunders. Das Hilfswerk brauche mindestens 1,4 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) für Programme in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Sozialdienste. Das Werk stellt Schulen für mehr als eine halbe Millionen Kinder zur Verfügung. Es verzeichnete in seinen Kliniken im vergangenen Jahr 8,5 Millionen Patientenbesuche.

Saunders prangerte gezielte Kampagnen von UNRWA-Gegnern an, die Abgeordnete in aller Welt bearbeiten, damit Mittel für die Unterstützung des Hilfswerks gestrichen werden. Deutschland ist nach seinen Angaben heute vor der EU der wichtigste Geldgeber.

In Jordanien protestierten zahlreiche Menschen gegen den Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump. In der Hauptstadt Amman versammelten sich am Freitag Dutzende Demonstranten in der Nähe der US-Botschaft. Auch in anderen Städten des Nachbarlandes Israels kam es lokalen Medienberichte zufolge zu Protesten.

In einem Telefongespräch mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas unterstrich Jordaniens König Abdullah seine Unterstützung für die Palästinenser im Kampf um einen eigenen Staat, wie es in einer Mitteilung des Palasts hieß. In Jordanien leben nach UN-Angaben rund zwei Millionen palästinensische Flüchtlinge. Am Dienstag hatte US-Präsident Trump einen Plan vorgestellt, der den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern lösen will. Der Plan stieß international auf ein geteiltes Echo, weil er die Palästinenser zu erheblichen Zugeständnissen zwingt.

Kommentare