APA - Austria Presse Agentur

UNO: Hinweise auf Kriegsverbrechen in Myanmar

In Myanmar gibt es seit dem Militärputsch vor einem Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen klare Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

In einem neuen Bericht dokumentiert das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte "systematische und weit verbreitete Verletzungen der Menschenrechte", wie eine Sprecherin am Dienstag in Genf mitteilte. 

Hochkommissarin Michelle Bachelet beschwor die internationale Gemeinschaft, die "Spirale der Gewalt" in dem südostasiatischen Land zu stoppen.

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Das Militär nehme die Zivilbevölkerung im ehemaligen Birma absichtlich ins Visier, heißt es in dem Bericht. Wohngebiete würden bombardiert. Menschen würden erschossen, verbrannt, willkürlich verhaftet und gefoltert. Dem UNO-Bericht zufolge wurden mindestens 1.600 Menschen von Sicherheitskräften und verbündeten Gruppen getötet. Mehr als 12.500 wurden festgenommen. Nach UNO-Angaben wurden in Myanmar aber auch mindestens 543 Menschen getötet, weil sie das Militär unterstützt haben sollen.

Die Zahl der Vertriebenen beziffert das Hochkommissariat auf 440.000. 14 Millionen Menschen seien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das UNO-Büro berichtete auch von Folterungen. So seien Festgenommene nach Berichten ohne Nahrung und Wasser an der Decke aufgehängt worden, in Einzelhaft zu stundenlangem Stehen gezwungen oder mit Elektroschocks gequält worden. Auch seien Drogen verabreicht worden. Muslimische Gefangene seien gezwungen worden, Schweinefleisch zu essen, was ihre Religion eigentlich verbietet.

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Weiter berichtete das Hochkommissariat, dass in der Region Sagaing im Juli vergangenen Jahres 40 Menschen bei Überfällen von Soldaten getötet wurden. Einige Leichen seien an Händen und Füßen gefesselt gewesen. In der Region Kayah hätten Soldaten 40 Männer, Frauen und Kinder teils bei lebendigem Leib verbrannt. Das Militär hatte im Februar vergangenen Jahres in Myanmar die Macht wieder komplett an sich gerissen. Die gewählte Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die einst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist inhaftiert.