Sudan: US-Diplomatenkonvoi unter Beschuss geraten

Die Kämpfe im Sudan gehen weiter
Bei den Kämpfen zwischen Armee und Paramilitärs im Sudan ist ein US-Diplomatenkonvoi unter Beschuss geraten.

Der Konvoi sei offenbar durch Kämpfer, die mit den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in Verbindung stünden, am Montag beschossen worden, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Dienstag. Die Menschen in dem Konvoi seien in Sicherheit. Zuvor war am Montag bereits der Botschafter der Europäischen Union in seiner Residenz angegriffen worden. 

Er habe mit dem RSF-Anführer General Mohamed Hamdan Dagalo, genannt Hemedti, und Armeechef General Abdel Fattah al-Burhan telefoniert, um ihnen deutlich zu machen, "dass jegliche Angriffe, die unsere Diplomaten bedrohen oder gefährden, völlig inakzeptabel sind", so der US-Außenminister.

Verstoß gegen das Wiener Übereinkommen

Am Montag war nach EU-Angaben auch der Botschafter der Europäischen Union in seiner Residenz angegriffen worden. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borell verurteilte den Vorfall als einen groben Verstoß gegen das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen. Die Sicherheit der diplomatischen Einrichtungen und des Personals sei eine Hauptverantwortung der sudanesischen Behörden und eine Verpflichtung nach internationalem Recht, erklärte er auf Twitter.

Die USA seien sehr besorgt wegen der angespannten Sicherheitslage, von der die Zivilbevölkerung, Diplomaten und die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen betroffen seien, sagte Blinken auf einer Pressekonferenz im japanischen Karuizawa. Dort nahm er an einem Treffen der Außenminister der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) teil. Die Vereinigten Staaten stünden in enger Abstimmung mit anderen Ländern, die Einfluss im Sudan hätten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Großbritannien, sowie mit der Afrikanischen Union und anderen internationalen Organisationen.

Die Kämpfe waren am Samstag ausgebrochen. Bisher wurden nach UN-Angaben mindestens 185 Menschen getötet und mehr als 1.800 Zivilisten und Soldaten verletzt. Ausgelöst wurde der Konflikt laut Beobachtern durch einen Streit über die Integration der RSF in das Militär als Teil des Übergangs zu einer zivilen Regierung. Die Armee hatte im Oktober 2021 geputscht und regiert seitdem das Land.

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