Bernie Sanders ist laut Steuerunterlagen Millionär

Der linke US-Politiker Bernie Sanders muss nach der Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen um seine Glaubwürdigkeit fürchten.

Die Dokumente, die seit Montag öffentlich zugänglich sind, zeigen, dass er in den Jahren 2016 und 2017 ein Einkommen von jeweils mehr als einer Million Dollar hatte. Sanders ist vor allem wegen seines Kampfes für mehr Einkommensgerechtigkeit bekannt.

Sanders steht innerhalb der demokratischen Partei weit links und hofft auf die Nominierung als ihr Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2020. "Millionäre und Milliardäre" sowie die Schieflage bei der Verteilung von Reichtum sind regelmäßig Thema seiner politischen Reden, er vertritt zahlreiche sozialistische Positionen.

Die jetzt veröffentlichten Unterlagen aus zehn Jahren zeigen, dass Sanders selbst zumindest zwischenzeitlich zu denen gehörte, die er kritisiert: Demnach lag sein bereinigtes Bruttoeinkommen im Jahr 2016 bei 1.062.626 Dollar (939.664 Euro), im Jahr 2017 waren es 1.131.925 Dollar (1.000.940 Euro).

Die Millioneneinnahmen waren den Unterlagen zufolge ein Ausreißer nach oben: 2015 hatte Sanders noch weniger als 250.000 Dollar verbucht, dann aber das extrem erfolgreiche Buch "Unsere Revolution" geschrieben. 2018 lagen seine Einnahmen dann noch bei rund 560.000 Dollar.

Sanders erklärte, seine Steuerunterlagen zeigten, dass seine Familie "Glück gehabt" habe. Er sei dafür sehr dankbar, da er aus seiner Jugend wisse, welchen Druck finanzielle Unsicherheit bedeute. Mit seinem steigenden Einkommen auch höhere Steuern zu zahlen, sei für ihn "eine Verpflichtung und eine Investition in unser Land". Sanders fügte hinzu, er werde weiterhin dafür kämpfen, dass jeder Amerikaner ein Gehalt bekomme, von dem er leben könne.

Während Sanders' Steuerunterlagen nun öffentlich sind, wächst der Druck auf US-Präsident Donald Trump, seine Unterlagen ebenfalls zu veröffentlichen. Bisher hat Trump dies stets verweigert. Die Demokraten im Repräsentantenhaus versuchen derzeit, ihn zur Veröffentlichung zu zwingen.

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