APA - Austria Presse Agentur

US-Regierung wirft Iran "atomare Erpressung" vor

Die USA haben den vom Iran angekündigten weiteren Schritt zur Abkehr vom internationalen Atomabkommen scharf kritisiert. Die geplante Ausweitung der Urananreicherung sei "ein klarer Versuch der atomaren Erpressung", der die "politische und wirtschaftliche Isolation" des Landes verstärken werde, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Dienstag.

Die US-Regierung werde ihre Politik des "maximalen Drucks" gegen Teheran fortführen, bis das Land sein "destabilisierendes Verhalten" aufgebe. Die Ausweitung der Urananreicherung sei "ein großer Schritt in die falsche Richtung", betonte der Sprecher. "Wir unterstützen die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) voll und ganz bei der Durchführung ihrer unabhängigen Verifikationsrolle im Iran und erwarten von der IAEA, über etwaige Entwicklungen zu berichten."

Der Iran hatte zuvor angekündigt, die Urananreicherung in der Anlage Fordo 180 Kilometer südlich von Teheran wieder aufzunehmen. Nach Angaben von Präsident Hassan Rouhani handelt es sich um die "vierte Etappe" des schrittweisen Rückzugs aus dem Atomabkommen. In der Folge des im Juli 2015 in Wien geschlossenen Atomabkommens war die Urananreicherung in der unterirdischen Anlage von Fordo eingefroren worden.

Zuvor hatten bereits die EU und Russland "besorgt" auf die Ankündigung Rouhanis reagiert. Frankreich ermahnte den Iran, seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen von 2015 weiter nachzukommen. Der iranische Rückzug aus dem Atomabkommen ist eine Reaktion auf die Aufkündigung des Deals durch US-Präsident Donald Trump im Vorjahr. Den EU-Staaten gelang es in der Folge nicht, die wirtschaftlichen Aspekte der Vereinbarung angesichts von neuen US-Sanktionen aufrecht zu erhalten. Nach einer Reihe von ergebnislosen Verhandlungsrunden mit den verbleibenden Vertragsparteien des Deals - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - begann Teheran, Schritt für Schritt weniger Verpflichtungen aus der Vereinbarung einzuhalten.

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